Für uns Poeten die Basis der Gefühle,
die Mediziner sind da schon fachlicher,
ist ja nur eine Pumpe, da sind sie sicher,
ich mit euch jetzt in der Anatomie wühle:
Das menschliche Herz, muskulös, faustgroß,
pumpt das Blut durch den Organismus,
in einem lastabhängigen Rhythmus,
angetrieben durch Sinusknoten Stromstoß.
Sich das alles sehr medizinisch steril anhört,
gefühlvoller ist doch unsere Schreiber Version,
mit dem Herz leben, lieben, die Welt verstehen.
Die anatomische Funktion die Poesie nicht stört,
ein jeder verwendet sein Herz passend zur Emotion,
auf „Pumpe“ umschalten, wenn wir zum Arzt gehen.
Kommentar:Die Chirurgen sind da vielleicht nur Mechaniker in ihrem Job und sehen die Maschiene lieber Wolfgang.
Andererseits gibt es Schrauber, die an ihren geliebten Autos oder Motorrädern basteln und sich sicher sind, dass ihre Maschienen eine Seele haben.
Mein Auto hat auch einen Namen.
Das Herz ist wohl mit Recht ein wichtiger Bestandteil der Poesie.
Es vermag Bäume zu versetzen.
Kommentar:Vielen Dank, lieber Jens.
Ich glaube, das Herz verhält sich neutral und macht einfach nur seinen Job, damit wir, egal mit welchem Körperteil, unsere Gefühle wahrnehmen können.
Liebe Grüße Wolfgang
auch hier meine Zustimmung wenngleich der Aufbau immer zwei Quartette und zwei Terzette hat, sind Variationen bei den Terzetten schon früher lesbar. Du hast da eine recht ungewöhnliche Form gewählt aber gut gelöst. Meist liest man Sonette wo die beiden Terzette mit CCD, CCD gereimt sind ;-)) ich staune...
Kommentar:Liebe Uschi,
vielen Dank für dein -Gefällt mir-, den erfrischenden Kommentar und dein Lob.
Ich bin ehrlich: Seit du bei uns im Forum bist, ist das Niveau etwas gewachsen; und ich wollte einfach nur auf die Kacke hauen und so ein Sonett hinkriegen. Ich habe gegoogelt, wie sowas aufgebaut ist, und das ist dabei herausgekommen.
Für mich wäre es eine geringere nervliche Belastung gewesen eine Infusionspumpe auf einer Intensivstation zu reparieren, als ein Sonett zu schreiben :-) :-) :-)
Liebe Grüße Wolfgang
Kommentar:Lieber Wolfgang, dein Text schlägt rhythmisch zwischen Anatomie und Poesie – und zeigt, wie wunderbar das Herz in beiden Welten zu Hause ist. Du hast es geschafft, die „Pumpe“ mit Gefühl zu füllen und den Sinusknoten zum Taktgeber unserer Emotionen zu machen. Danke auch für deine netten Kommentare zu meinen Texten – sie sind wie kleine Herzschläge im Schreiber-Netzwerk. Mit poetischem Gruß und einem Lächeln aus der linken Herzkammer, Johann
Kommentar:Hi Wolfgang, also ich bewundere diese Leute die am offenen Herzen arbeiten können. Sie haben sozusagen das Leben desjenigen in der Hand. Das ist eine Verantwortung die ich niemals haben wollte. Da muss man eiskalt sein. Das ist noch Handwerk mit wirklich goldenen Boden. Wer sowas sehr gut kann ist kaum zu ersetzen.
Kommentar:Vielen Dank Johann für deinen passenden Kommentar.
Hi Michael,
herzlichen Dank. Du sagst es. OK, die Chirurgen haben das Skalpell in der Hand; und wir (nur) die PC Tastatur und schreiben Gedichte über diese Götter in weiß (und grün, und blau). Wir sollten uns also gegenseitig bewundern.
Liebe Grüße Wolfgang
Kommentar:Hallo Wolfgang, das Herz ist das Organ, welches uns am meisten fasziniert. Als Organ und aber auch das Gefühl, was wir damit verbinden. Du hast es dann auch noch als Pumpe = unseren Antrieb = Motor benannt. All das trifft zu und daher kommt die Aufmerksamkeit, die wir diesem Organ schenken.
Herz - liche Grüße
Angelika ;-)
ein großartiges Gedicht, das diesen ewigen Konflikt perfekt auf den Punkt bringt!
Natürlich wissen wir, dass die Mediziner recht haben mit ihrer Muskelpumpe. Aber zum Glück ist der Herzschlag für uns Poeten der Rhythmus der Seele und die Quelle der Worte.
Und mal ehrlich: Ohne die Gefühle aus unserer "Schreiber-Version" wäre das Leben doch nur ein steriler Kreislauf. Schön, dass wir wissen, wann wir auf die "Pumpe" umschalten müssen.
Herzliche Grüße an den Meister der Verse!
Geboren und Gestorben
Leben und Tod
Wachsen und Schrumpfen
Klein und Groß
Weiss und Schwarz
Dick und Dünn
Schmal und Breit
Hungrig und Satt
Nah und Fern
Innen und [ ... ]
Wann ist es an der Zeit für uns zu gehen,
selbst wenn noch völlig ungewiss wohin.
So wertbefreit manchmal auch jeglich Sinn,
was bringt uns der Versuch es zu verstehen.
Ob beim Schreiben, beim Malen, beim Musizieren, beim Spazieren gehen...
Dann, wenn ich ganz "leer" bin, meine Gedanken still stehen,
wenn ich irgendwo in einem "freien Raum" bin,
undefinierbar [ ... ]
Das leere Haus. Im Zimmer der
Löwen, leben jetzt Katzen.
Im Zimmer der Adler, leben jetzt
Spatzen. Im Zimmer der Hirsche
leben jetzt Hasen. Und alle sind
voller Bildung. Und alle sind [ ... ]
Dein Bild im Rahmen
Wandert.
Kippt.
Verblasst.
Neue Falten.
Alte Fragen.
Eine Stirn, die leise lacht.
Doch tief in dir hängen andere Rahmen.
Eingebrannt wie frische Narben.
Ohne [ ... ]