Einst begab sich ein alter Mensch
auf seine letzten Reise.
Sein Lebenswerk war sehr immens,
auch war er ziemlich weise.

Er hatte stets ein reiches Leben
und schöpfte aus der Fülle.
Anderen konnte er vieles geben
und stark war auch sein Wille.

Nun ward er des Lebens müde,
als hätte er es nicht geahnt,
begegnete ihm unverhofft die Liebe,
bedingungslos wurde er umarmt.

Da kam ein geistig armer Mensch
und gesellte sich zu ihm ganz leise.
Er erfreute ihn mit seiner Präsenz,
obwohl er gar nicht weise.

Zwar führte er ein einfaches Leben
und zart war seine Hülle,
doch hatte er ihm Zuspruch gegeben.
Trotz seines schwachen Willens

war er des Lebens gar nicht müde.
So hat er sich dem Weisen erbarmt
und gab ihm bedingungslose Liebe,
er hat ihn wie einen Freund umarmt.

Verwundert sah der alte Mensch
den armen immer wieder an.
Erfreut über dessen edle Existenz,
zog er mit ihm am gleichen Strang.


© G. Höß


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Begegnung eines gelehrten mit einem "behinderten" Menschen.

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