Die Stimme sei uns Instrument
und ihr Gebrauch stets mit Bedacht.
Nur der, der Traurigkeit wohl kennt,
nur der, der dennoch auch mal lacht,
vermag empfinden wie es ist,
wenn man manch Stimme nicht vergisst.
In sie gelegt auch tiefer Schmerz,
um auszudrücken ein Gefühl,
voll Innigkeit erfasst manch Herz
niemals geplant, nie aus Kalkül.
Den Klang den manches Herz verspürt,
wenn eine Stimme es berührt.
Dabei mag sie uns Freude schenken,
behutsam sanft, wenn sie erklingt.
Gedanken dann zu ihr zu lenken,
um aufzuschreiben manch Gedicht.
Aus ihrem Herzen sanft und rein
der Klang der Stimme, ungemein.
Kommentar:Hallo Krimpi und erstmal ein herzliches Willkommen hier!
Ich habe überlegt ob ich zu diesem Text einen Autorenbeschreibung anfügen soll, habe es jedoch dann unterlassen doch möchte ich der werten Leserschaft und auch Dir nicht vorenthalten, wie es zu diesem Gedicht kam.
Ein lieber noch sehr junger Poetenfreund andernorts hat einen Text geschrieben mit der Bitte ihn zu lesen. Noch nicht einzusprechen (meine große Leidenschaft), nein ihn vorerst nur zu lesen was ich auch gemacht habe.
Und manchmal, wenn mich ein Gedanke, ein Thema besonders fesselt, so antworte ich dann ich Reimform wie eben mit meinem 'Herzklang'. Gerade wenn man Texte spricht, so legt man doch sein Herz, seine Seele in die Worte. Runterlesen wäre und war mir immer viel zu wenig.
So mag ich nun Daniels kleinen Text hier anfügen damit ihr nachvollziehen könnt, wie ich auf diese Idee kam:
"Die Welt deiner Stimmfarbe
Daniel kannte nur ihre Stimme. Niemals hatte er ihr Gesicht gesehen, niemals ihren Blick erahnt oder gewusst, wie viele Jahre das Leben bereits in ihr geschrieben hatte. Es war nicht ihr Äußeres, in das er sich verliebt hatte. Es war ihre Stimmfarbe. Warm, zart und voller Leben. Jedes ihrer Worte fühlte er. Die Melodie ihrer Stimme umschmeichelte seine Seele. Von diesen Gefühlen überwältigt, griff er nach einem Blatt Papier und einem Stift. Wort für Wort fand den Weg aus seinem Herzen auf das Papier. Erst nach einer halben Stunde legte er den Stift beiseite und las sein Geschriebenes: „In dem Augenblick, als ich deine Stimme zum ersten Mal hörte, veränderte sich etwas in mir. Mein Herz begann im Rhythmus der Liebe zu schlagen und suchte Raum zum Entfalten. Aus deiner Stimme hörte ich den Klang deiner Gefühle und ich stand mittendrin. Ich hörte deine Freude, deine Sehnsucht, deine Zweifel und deinen Schmerz und deine Gedanken und Erfahrungen. Alles lebte in der feinen Melodie deiner Stimme. Wenn meine Worte dich berührten, schien deine Stimme zu lächeln. Wenn ich dich verletzte, verlor sie ihren warmen Glanz und wurde still, als würde sie weinen. So lernte ich, dass eine Stimmfarbe Wahrheiten erzählen konnte, für die Worte allein niemals ausgereicht hätten. Durch deine Stimmfarbe lässt du mich deine Welt sehen. Deine Stimme zeigt Schmerz und Angst, aber deine Stimme strahlt auch in den wunderschönsten Farben. Aus deiner Stimme höre ich die Melodie deines Herzens oder die Melancholie deiner Seele, die viel getragen hatte. Beides gehörte zu dir. Beides liebte ich. Ich lauschte nicht nur dem, was du sagtest. Ich lauschte dem Menschen und ließ mich dich ein weniger tiefer verstehen. Die Art, wie du redest, es ist dein wahres Ich. Durch die Melodie deiner Stimme lerne ich dich kennen und verstehen. Ich verlor mich in deiner Welt, ohne den Wunsch zu haben, ohne dich weiterzuleben. Ich kann deine Stimme nicht vergessen. Alles, was du sagst, leuchtet für mich hell. Deine Stimmfarbe ließ meine Augen heller werden und mein Herz mit einer Wärme erfüllen, die sich nicht erklären ließ. Wellen aus zarten Gefühlen durchströmten mich, und während ich dir zuhörte, fragte ich mich immer wieder, welche Gefühle ich meiner eigenen Stimme schenken musste, damit sie den Weg in dein Herz finden konnte. Dann entschied ich mich, dass meine Stimme von Zärtlichkeit getragen werden sollte und die Schönheit von ehrlicher Liebe. Ich sprach von meiner Welt in der leisen Hoffnung, dass meine Stimme dich ebenso erreichen würde, wie deine mich erreicht hatte. Dass du in meinem Farbenklang das erkennen würdest, was ich kaum auszusprechen wagte. Denn alles, was meine Klangfarbe trug, war ein einziger und ehrlicher Satz: Ich habe mich in dich verliebt.”
Kommentar:Stimmt, liebe Uschi, unsere Stimme ist schon ein einzigartiges Instrument. Die vielen Gefühle, die man mit ihr ausdrücken kann, sind schon bemerkenswert. Allerdings kann man sich im Klang der Stimme auch täuschen, immer dann, wenn man die betreffende Person nicht kennt. LG gehen in Deinen Abend, Helga
Kommentar:Liebe Uschi,
Eine Stimme kann vieles auslösen: Trauer, Begeisterung, Trost, Mitgefühl, Ruhe und Gelassenheit. Aber auch Wut, Stress. Sie zeigt das Innerste eines Menschen.
Wenn sie mit Bedacht eingesetzt, Worte von Herzen kommen, ehrlich und ungekünstelt wirken, statt einstudiert oder aufgesetzt, können Verbindungen entstehen, die dauerhaft bleiben.
Wunderschöne Zeilen von Dir.
Liebe Grüße in den Abend.
Regina
in der Stimme liegt so viel - und Daniel hat wohl recht wenn er schreibt, man kann sich in eine Stimme auch verieben ganz ohne die Person jemals gesehen zu haben. Bei mir verhält es sich dermaßen, dass ich seit Beginn meiner Rezitationen, zu denen mich Ralf wiederum ermutert hatte, ja also seit Beginn ich besondere Achtsamkeit auf Stimmen lege. Sei es bei Nachrichten oder Fernsehsprechern, aber natürlich auch bei Schauspielern oder Sprechern überhaupt.
Natürlich ist einem in einem klassischen Text, selbiger vorgegeben, doch das Versmaß muss auch entsprechend betont werden, wobei man es zuvor natürlich erkennen sollte ;-)) Auch bei den künstlich erzeugten Beispielen vermisse ich die individuelle Note in der Stimme, sei es jetzt gesanglich oder lediglich in der Rezitation.
Ich gebe Dir selbstverständlich recht, manchmal kann es auch vorkommen, wenn man die Person zur Stimme dann kennenlernt, dass man sie sich so völlig anders vorgestellt hatte zuvor, sei es im positiven oder auch enttäuschendem Sinn. Mit ihr vermag man unglaublich viel zu gestalten und es sollte behutsam mit ihr umgegangen werden. Ich laborierte die letzten fast vier Wochen an einer ziemlich heftigen Verkühlung und Bronchitis, während dessen ein Einsprechen undenkbar war.
Dankeschön für Dein Hiersein schicke ich nunmehr erträgliche Grüße nach der Tropenhitze zuvor!
Liebe Regina,
das freut mich jetzt aber ungemein, Dich hier zu lesen!
Es ist genau so wie Du schreibst, die Klangfarbe einer Stimme ist immer variantenreich, so wie ich am frühen Morgen beinahe eine Oktave tiefer klinge, ganz ohne Ausschweifungen tags zuvor, so kommt es auch auf die jeweilige Verfassung an.
Mein Poetenfreund, selbst Sprecher und Schauspieler, lehrte mich beinahe zwei Jahre lang und er war ein gestrenger 'Lehrer'. Mittlerweile ist mir das Rezitieren zur großen Freude geworden, was lag also näher, gerade nach Daniels Text, über die Stimme selbst zu schreiben.
Vielen lieben Dank mit herzlichen Grüßen in Dein Wochenende!
Kommentar:Liebe Uschi,
nun ist schon recht viel dazu geschrieben worden und allem kann ich beipflichten. Was sollte ich noch dazu tun?
Es gibt nur eines, welches im Buch der Bücher geschrieben steht:
Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
Ich habe mir dein Video angehört und mein Herz sagt einfach JA dazu.
Bin spät dran, sowas mir sonst nie passiert
Normalerweise meine Verspätung nicht gross variiert
Heute scheint es anders, noch kurz eine Zigarette paffen
Heute scheint es, könnte ich es [ ... ]
Mutterschiff
Morgens
Augen auf
Der Blick ins Mutterschiff, ins Smartphone
Fragen:
Wie habe ich geschlafen?
Wie wird das Wetter?
Wie stehen meine Sterne?
Habe ich Likes?
Bin ich [ ... ]
In einer stillen Stunde
hab ich einmal nachgedacht,
über Gott und auch die Welt,
über Menschen und das Geld,
ob Geld den Menschen wohl verdirbt,
und er am Ende einsam stirbt,
oder still [ ... ]