Ich irre Tage durch das taumelnde Gelände
des unrunden Pulses,
durch ein Auf und Nieder ohne Takt,
wo Unrast wie dürres Laub
an meinen inneren Wänden schabt
und Glaubenssätze, laut wie stählerne Glocken,
in den Schächten meines Denkens dröhnen.
Ich wandle durch die Windungen
meiner empfindsamen Schatten,
verfangen im grauen Gewebe
eines Nebels,
der sich wie Spinnenwerk
um Atem, Blick und Hoffnung legt.
Und oft weiß ich nicht,
wo in diesem dämmernden Gespinst
das Licht noch wohnt,
geschweige denn,
ob meine Hände es je berühren können.
Wo bist du,
du stiller Pol meiner zerstreuten See,
du wissender Ort
jenseits der Brandung meiner Fragen?
Ich suche dich
mit einer Sehnsucht,
die älter ist als jedes Wort,
und nenne dein verborgenes Dasein
manchmal Hoffnung,
manchmal nur Weitergehen.
Dann –
aus einer Tiefe ohne Namen,
aus der unermesslichen Ferne
zwischen Sternenstaub und Schweigen –
kommt sie:
eine sanfte Hand,
leicht wie Vergebung,
zart wie ein erster Morgen.
Sie berührt mich kaum,
und doch genug,
um mein rastloses Kreisen
anzuhalten.
Ich atme.
Ich ruhe.
Ich werde gegenwärtig.
Das wilde Uhrwerk meines Geistes
verlangsamt seine fiebernden Räder,
bis Stille
nicht Leere ist,
sondern Heimkehr.
In diesen seltenen, heiligen Zwischenräumen
trete ich aus mir hervor
und zugleich in mich hinein.
Dort hebt sich der Schleier
wie der schwere Vorhang einer dunklen Bühne,
und Licht fällt
nicht nur auf die Welt,
sondern durch sie hindurch
bis auf den Grund meines Wesens.
Dann werde ich mir wieder sichtbar:
Kraft kehrt zurück,
Bewusstsein flammt auf,
und meine Seele erinnert sich
an ihren eigenen Namen.
Was vorher flüchtig war,
wird greifbar.
Was Schein war,
verliert seine Maske.
Und so beschreite ich meinen Weg
mit neuer Sprache unter den Füßen,
mit Gedanken,
die nicht mehr aus Wunden,
sondern aus Wandlung wachsen.
Ohne Wehmut
verworte ich mein Dasein,
forme aus innerem Erleben
Klang und Kontur –
bis Gefühl sich zeigt,
bis Denken hörbar wird,
und aus dem Unsichtbaren
jene Gedichte steigen,
die nichts anderes sind
als Spuren meines Lichts
auf dem Papier.
Ich irre Tage durch das taumelnde Gelände
des unrunden Pulses,
durch ein Auf und Nieder ohne Takt,
wo Unrast wie dürres Laub
an meinen inneren Wänden schabt
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