Apriltag 1986

Das große Schweigen legte sich über Tschernobyl.

Aus der unendlichen Tiefe
schob sich grau heran:
eine neue April Nacht.

Sie wandte sich dem Gott zu,
das Tor des Morgens aufzuschließen.

In einem Augenblick war
die Welt versunken

Und wir gingen mit zwei Kindern einer Zeit entgegen, die ungewiss war.

Die Vergangenheit verweht den Wind der Steppen und Wälder von Tschernobyl.

Wie dieser Wind heult, hör zu, halt mich fest.

Die Tränen sind im Schotter versickert, und von Dunkelheit bedeckt.

Der traurige Tag reißt die Sterne vom Himmel,

diese weinen vor ewigem Schmerz.


© Lydia Galochkina


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Beschreibung des Autors zu "Apriltag 1986"

Am 27 April 1986 passierte Atomkatastrophe beim Tschernobyl-Kraftwerk

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Kommentare zu "Apriltag 1986"

Re: Apriltag 1986

Autor: Angélique Duvier   Datum: 22.04.2022 18:23 Uhr

Kommentar: Liebe Lydia, schrecklich was damals passierte und schrecklich was heute passiert.
Leider lernen die Menschen nichts dazu, es geht um Macht und Gier nach immer mehr. Dein Gedicht ist sehr gut geschrieben und beschreibt diese furchtbare Katastrophe.

Liebe Grüße,

Angélique

Re: Apriltag 1986

Autor: Lydia Galochkina   Datum: 22.04.2022 20:50 Uhr

Kommentar: Danke fuer Deine Zeilen, liebe Angelique, das habe ich erlebt. Es tut mir so leid, nach 36 Jahren wieder Ungewissenheit und Angst.

Liebe Gruesse
Lydia

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