Sprachlos vor Entsetzen.
Die Seele muss um Fassung ringen,
wie Menschen Menschlichkeit verletzen,
wie Menschen Menschen um ihr Leben bringen...

Gestern noch vereint im Bruderkuss .
Heute stehen sich Feinde gegenüber.
Gemeinsamkeit vergeht mit jedem Schuss,
das Leichentuch legt sich darüber.

Dies ist kein Krieg.
Dies ist ein Schlachten!
Und keiner Seite Sieg
kann heilen, was sie dort entfachten.

Wer dachte, er sah bereits die dunkelste Stunde,
der kannte diese Bilder nicht,
hatte von Butscha keine Kunde,
sah je dem Grauen ins Gesicht.

Ach, wie bitter, bitter dies Geschehen.
Soldat - dies hast du nicht gemusst!
Sag nicht, du hast es nicht gesehen,
sag nicht, du hast es nicht gewusst.

Es klebt echtes Blut an deinen Händen.
Aus deiner Waffe kam das Feuer.
Wie konntest du sie so verwenden?
Die Schuld ist nun auf ewig euer.


© Verdichter


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Beschreibung des Autors zu "Schuld"

sprachlos. aber nicht wortlos...

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Kommentare zu "Schuld"

Re: Schuld

Autor: Sonja Soller   Datum: 30.11.00-1 0:00 Uhr

Kommentar: Ja, es ist fatal liebe Verdichter,
da fehlen einem die Worte.
Gut und wahr beschrieben!!!

Herzl. Grüße aus dem zustimmenden Norden, Sonja

Re: Schuld

Autor: Angélique Duvier   Datum: 30.11.00-1 0:00 Uhr

Kommentar: Es ist unaussprechlich wozu Menschen fähig sind, es gibt kaum brutalere Bestien.
Dein Gedicht ist sehr gut geschrieben und Du hast die derzeitig, traurige Situation total auf den Punkt gebracht!

Liebe Grüße,

Angélique

Re: Schuld

Autor: Jens Lucka   Datum: 30.11.00-1 0:00 Uhr

Kommentar: Wird die weitere Evolution unserer Spezies jemals den kompletten Verstand ausreifen lassen ?

Liebe Grüße , Jens

Re: Schuld

Autor: Ezra Ypsilon   Datum: 18.04.2022 16:16 Uhr

Kommentar: Hallo Verdichter, uns alle treibt zur Zeit diese Sache um. Aber erst wenn wir wortlos sind, sind wir wehrlos.

Gruß, E.Y.

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