De stade Zeit

© Uschi Rischanek

Aus meinem Mundartbüchl

De stade Zeit

Wie jedes Joa,
a heia wida,
sondaboa,
de stade Zeit.

Zwoa wiad
wia jedes Joa
und iwaroi
aufputzt und gschmückt,
doch d'Stimmung is,
de uns so druckt.

Ma denkt voi Sehnsucht
aun maunch's Joa,
z'ruck, grod wias no
so aundas woa.

De stade Zeit,
in der ma si,
auf sovü freid.

I denk, i sog fia
olle Leit,
da greste Wunsch
in dera Zeit -

daß afoch so
wia fria wiad,
es wa fia mi
de greste Freid
und s'greste G'schenk
fia olle Leit!

© Uschi Rischanek
Text/Bild/Rezitation
Music: Pulse Box


© Uschi Rischanek


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Beschreibung des Autors zu "De stade Zeit"

Aus dem phonetisch Wienerischem eine sinngemäße Übersetzung:
Die ruhige Zeit

Wie jedes Jahr,
auch heuer wieder,
sonderbar,
die ruhige Zeit.

Zwar wird
wie jedes Jahr
und überall,
aufgeputzt
und geschmückt,
doch die Stimmung ist es,
die uns so drückt.

Man denkt voll Sehnsucht
an manches Jahr,
zurück, gerade wies noch
anders war.

Die ruhige Zeit,
in der man sich
auf soviel freut.

Ich denke,
ich sage es für
alle Leute,
der größte Wunsch
in dieser Zeit -
dass es einfach so
wie früher wird,

es wäre für mich
die größte Freude
und das größte Geschenk
für alle Leute!

Am YouTube Bild der wunderbare Christbaum am Hauptplatz von Heidenreichstein

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Kommentare zu "De stade Zeit"

Re: De stade Zeit

Autor: Alf Glocker   Datum: 12.12.2025 17:47 Uhr

Kommentar: Wunderbar liebe Uschi!

Sorry, daß ich grade kaum was einstellen und fast nichts kommentieren kann...

Liebe Grüße
Alf

Re: De stade Zeit

Autor: Uschi Rischanek   Datum: 12.12.2025 18:13 Uhr

Kommentar: Umso mehr freue ich mich von dir zu lesen lieber Alf, dankeschön!

Liebe Grüße,
Uschi

Re: De stade Zeit

Autor: Michael Dierl   Datum: 12.12.2025 21:57 Uhr

Kommentar: Hi Uschi,

Mundart find ich gut! Auch wenn man's nicht ganz kapiert und sich eine Übersetzung wünscht. Haste ja gemacht! Es erinnert mich an meinen Opa, wenn er geflucht hat, dann nur auf Polnisch. Das hat mich unglaublich beeindruckt, als wenn plötzlich jemand vom Teufel besessen los posaunt. Es war so fremd für mich und doch so unglaublich kraftvoll. Damals als Kind ca. 8-9 Jahre alt, bin ich dann weggelaufen, weil ich dachte, das mein Opa sich zu einem Monster oder sowas Ähnliches verwandelt. Dazu qualmte er meist eine Zigarre, denn dann war er entspannt und verfluchte die ganze Welt mir ihren irren Häuptlingen, sag ich mal dazu. Und da hat es jeder abgekriegt der irgendwie politisch eine Pfeife war. Da hätte er heute wohl noch mehr zu rauchen und zu fluchen! :-)

Lg Michael

Re: De stade Zeit

Autor: Uschi Rischanek   Datum: 13.12.2025 16:18 Uhr

Kommentar: Nun lieber Michael,

nachdem ich das Wienerische wirklich rein phonetisch festhalte, ähnlich haben schon der von mir so sehr geschätze Ernst Jandl und natürlich auch H.D.Artmann geschrieben, gab ich für alle Nichtwiener eine kleine Erklärung dazu.

Angeblich, ich kann das selbst nicht so beurteilen, klinge ich beim Wienerischen noch eine Spur 'wärmer', meine Stimme verfällt auch einen Ticken tiefer, warum auch immer, keine Ahnung ist halt so.

Was deinen lieben Opa anbelangt, nun am besten wäre es gewesen, er hätte all die Pflitztüten gleich mit in der Pfeife geraucht, möglicherweise wäre uns heutzutage viel erspart geblieben, wenngleich die Politiker von früher, also von viel früher, noch eine gewisse 'Handschlagqualität' hatten. Da wurden Vereinbarungen, die am Wirtshaustisch getroffen wurden, auch noch tatsächlich eingehalten und nicht so wie heute, wo bereits einen Tag nach einer Wahl sich keiner mehr gerne erinnern mag so nach dem Motto 'was kümmert mich mein Geschwätz von gestern...' ;-))


In diesem Sinne herzlichen Dank fürs Hiersein und deinen interessanten Kommi!

LG Uschi

Re: De stade Zeit

Autor: akilegna   Datum: 13.12.2025 17:23 Uhr

Kommentar: Liebe Uschi, danke für die Übersetzung, sonst hätte ich es nicht verstanden. Ich mag Dialekte, aber auch wenn ich mit Nachnamen Wiener heiße, verstehe ich den Wiener Dialekt am schlechtesten....Heutzutage muss man sich schon echt anstrengen, um ruhige Tage zu erleben. Gerade vor Weihnachten rast die Zeit. Auch, weil sich in meiner Familie die Geburtstage gerade häufen. Wir hatten am Dienstag den 90. meines Vaters und am 20. folgt der 40. meines Sohnes, dem jungen Papa. Ich hatte auch schon und der ältere Sohn folgt am 1. Januar...Dennoch habe ich heute mal in Ruhe die Gedichte hier lesen können. Das ist schön und deins passt so wunderbar gerade.
Eine schöne Vorweihnachtszeit noch für dich
Angelika

Re: De stade Zeit

Autor: Uschi Rischanek   Datum: 13.12.2025 17:45 Uhr

Kommentar: Liebe Angelika,

so wünsche ich dir und allen deinen Lieben alles Gute!
Nun ja mein Tantchen wird am 25.12. immerhin 99! und ich habe im Prinzip vor, es ihr gleichzutun wenngleich dazu noch einiges an Jahrzehnten fehlen mag ;-))

Für mich beginnt nunmehr eine schöne Adventzeit (die bei uns hier in Österreich ohne dem sog. Binnen 's' dazwischen geschrieben wird). Meine Übersiedlung habe ich glücklich hinter mich gebracht und die ersten Weihnachtskekse sind auch schon recht gut gelungen. Nun so wie früher, wo ich 16 verschiedene Sorten machte und noch extra Konfekt da habe ich etwas zurückgedreht aber die Vanillekipferl, Nussecken, Linzeraugen sind schon fertig.

Fein, dass du dir die Zeit für hier genommen hast, so bedanke ich mich, wünsche dir noch eine schöne Vorweihnachtszeit und mögest du gut durch alle Festivitäten kommen die da so anstehen in den nächsten Wochen. Dem jungen Papa und seiner Familie ebenso die allerbesten Wünsche!

Liebe Grüße zu dir!
Uschi

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