Ein kahler Zweig im frühen Winterlicht,
scheinbar tot und ohne jeden Segen –
doch wer ihn stellt, der zweifelt leise nicht:
In stillem Wasser kann ein Wunder regen.
Denn wenn nach Tagen zarte Blüten stehen
und Weiß und Rosa durch die Stille brechen,
dann lernt das Herz, das Warten auszusehen
und hört die alten Zeichen stiller sprechen.
So lehren Barbara-Zweige Jahr für Jahr,
dass Hoffnung Wurzeln selbst im Dunkel treibt;
dass jede Kälte nur ein Anfang war,
wenn Mensch und Zeit im Glauben nah verbleibt.
Beschreibung des Autors zu "Die Sprache der Barbarazweige."
Die Barbarazweige sind ein traditioneller Weihnachts- und Adventsbrauch, der am 4. Dezember, dem Gedenktag der heiligen Barbara, praktiziert wird. In vielen Regionen – besonders in katholisch geprägten Gegenden, Bergbauregionen und alten Handwerkslandschaften – gehört er fest zur Barbarafeier und zur adventlichen Volksfrömmigkeit.
Die Kälte lockt den Willen, meine Kindlichkeit zu leben,
wenn der Winter seine Pracht mir vor die warme Haustür legt.
Wie ins Geheim, im Stillen, tanzen Flocken mir entgegen,
dass mein pochend [ ... ]
Die Luft hängt schwer,
ein dichter Mantel über Raum und Sein,
Lavendel, Patschuli, Bier – ein Duft, der Schichten trägt,
der sich in Körper mischt, in jede Pore [ ... ]
Ich sitze im Bett! Trinke Tee. Und finde
keine Idee. Ich sehe mich im Zimmer
um. Sehe den Tisch. Mit Tabletten und
Kram. Die Thermoskanne. Den Rollstuhl.
Das Sofa. Den Sessel. Die Lampe. [ ... ]