Die erste Kerze brennt so sacht
im flüchtigen Moment der Nacht.
Der Budenzauber lockt die Menge,
Wir suchen Trost in süßer Enge.
Ein Glühwein
wärmt die kalte Hand
für einen Moment im Wunderland.
Doch was die Zeitung heute meldet,
Die Seele friert und schnell verwelket
der kurze Friede unterm Dach:
Der Schmerz von Gaza, Israel - Ach!
Der Ukraine Kampf ist fern und nah,
Die Hoffnung schwindet Jahr um Jahr.
Man bangt um Taiwan, um den Halt –
Die Welt, sie ist so bitterkalt.
Die Rente treibt uns Sorgenfalten,
Wer wird das Morgen noch verwalten?
Der Ton wird schärfer, hart und laut,
wofür man auf
Einigkeit gebaut.
Im Konsumrausch, Licht an Licht
just neben Weihnachtsmann-
Gesicht.
Wie passt dies Leuchten, dieses Glück,
Zum harten, traurigen Weltgeschick?
Wo Winterstürme kalt und rau,
da brauchts ein Herz, verlässlich, schlau.
Ein Blick, ein Wort
- geteilt im Leid -
macht Raum für Trost in
schwerer Zeit.
In stiller Nacht, bei Kerzenschein
möcht’ Wärme
in den Herzen sein.
Am Tannenbaum, so grün und weit
such’ einen Funken Menschlichkeit.
Im Dunkel strahlt ein kleiner Stern,
und rückt die Welt ein Stück weit fern.
Denn Advent ist mehr als Schein,
trägt leise Hoffnung mit hinein.
Kommentar:Hallo, ja es braucht ein Funken Menschlichkeit in dieser schlimmen Zeit wo man nicht weiß was morgen ist. Deshalb bewahren wir uns das was ein bisschen Glück, ein bisschen Hoffnung macht. Denn ohne das - was ist das für eine Welt??? Da kann man sich ja gleich............! Sehr schön geschrieben und auch gern gelesen und das 3 Mal. Das letzte Mal ganz aufmerksam und langsam. Ich habe jede Zeile genossen! :-))
Kommentar:Hallo Kerstin, Dein Gedicht hat mich sehr berührt – gerade weil es die Wärme des Advents nicht verklärt, sondern sie gegen die Härte der Welt stellt. Die Bilder sind klar und zugänglich, und gleichzeitig spürt man die Tiefe: Kerzenschein und Glühwein stehen neben Gaza, Ukraine und Rentensorgen. Das macht den Text stark, weil er nicht nur Trost sucht, sondern die Brüche unserer Zeit benennt. Für mich ist das ein Niveau, das über bloße Weihnachtsstimmung hinausgeht – es ist literarisch und gesellschaftlich zugleich.
Danke fürs Teilen
Johann
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Mit fremden Federn schmückt sich der,
der mit dem Kopf tut sich schwer.
Dabei wird es einem recht leicht gemacht,
was man mit eignem Geist nicht schafft.