Die Fronten waren längst zusammengebrochen,
Es waren keine klaren Linien mehr zu erkennen,
Die Strategen hatten sich auch schon verkrochen,
Auf dem Schlachtfeld nur noch schwelendes Brennen.
Alles rannte durcheinander: Stoßen, Quetschen, Drücken, Schieben,
Männer und Frauen flüchteten, ohnmächtig und panisch getrieben,
Kinderbeine stolperten weinend ihren Müttern hinterher,
Welche durch die Kälte irrten, voll beladen, ach so schwer.
Plötzlich von oben herab die Fanfaren!
Verkünden sie das Ende der Macht,
Oder spornen sie, wie in allen Jahren,
An zur letzten Entscheidungsschlacht?
Einige blieben stehen und blickten sehnsüchtig zum Kirchturm rauf,
Und lauschten - kurz nur - denn im hektischen Treiben
Drängten schon die Flüchtenden nach und forderten die Besinnlichen auf:
"Weitergeh'n! Nicht stehen bleiben!"
Mit letzter Kraft entkam ich der marodierenden Menge,
In einem Hauseingang ein Penner schlief,
Vernahm noch Fetzen der Trompeten- und Posaunenklänge,
Bevor auch ich getrieben, endlich wieder weiter lief.
Stille Nacht, heilige Nacht,
Jesu schläft tief,
Nur der Handel, der lacht.
Die Luft hängt schwer,
ein dichter Mantel über Raum und Sein,
Lavendel, Patschuli, Bier – ein Duft, der Schichten trägt,
der sich in Körper mischt, in jede Pore [ ... ]
Ich sitze im Bett! Trinke Tee. Und finde
keine Idee. Ich sehe mich im Zimmer
um. Sehe den Tisch. Mit Tabletten und
Kram. Die Thermoskanne. Den Rollstuhl.
Das Sofa. Den Sessel. Die Lampe. [ ... ]
Sie wollte…,
Sie konnte …,
Sie durfte …,
Und sie wollte immer wieder!
Doch sie konnte nicht!
Durfte sie nicht?
Nein, sie konnte nicht!
Wollte sie nicht?
Doch sie [ ... ]
Ja, ich projiziere.
Ich projiziere auf Menschen,
Die so sind,
Wie ich gerne wäre.
Dann denke ich,
Dass ich so sein würde,
Wenn ich Teil ihres Lebens sein könnte.
Aber was würde das [ ... ]