Der Winter kommt auf leisen Pfaden
und breitet über Welt und Zeit
den stillen Hauch aus weißen Fäden –
ein Mantel tiefer Dunkelheit.
Vom Himmelszelt fällt Sternengleiten,
ein silbrig zarter Flockentanz,
der in den Nächten, weiten, breiten,
die Erde schmückt mit Frost und Glanz.
Der Atem malt in kühler Stille
ein feines Netz aus blassem Licht,
das sich auf Zweigen niederhüllt
und tausendfach in Kristallen bricht.
Der Mond erhebt sich klar und fern,
sein Blick durchwandert weite Flur;
er streift die Felder, die im Jahr
noch träumen von erneuter Spur.
So ruht die Erde – sacht verborgen
im weißen Schweigen des Moments,
als hielte sie in ihrem Morgen
den ersten Tanz des Frühlings glimmend glänz’.
Beschreibung des Autors zu "Der Winter verzauberte uns."
Im Geiste der großen Winterromantiker entfaltet dieses Gedicht eine stille Landschaft, in der Natur, Zeit und Erwartung ineinanderfließen. Wie bei Eichendorff wird das Außen zum Spiegel des Inneren; wie bei Rilke wird der Winter zur Schwelle eines neuen Anfangs, in dem Stille nicht Stillstand bedeutet, sondern Sammlung.
Der Reigen der Wanderdichter erkennt im Schnee nicht nur Ruhe, sondern auch Möglichkeit – eine weiße Seite, auf der der Frühling bereits seinen ersten leisen Satz schreibt.
Die Luft hängt schwer,
ein dichter Mantel über Raum und Sein,
Lavendel, Patschuli, Bier – ein Duft, der Schichten trägt,
der sich in Körper mischt, in jede Pore [ ... ]
Ich sitze im Bett! Trinke Tee. Und finde
keine Idee. Ich sehe mich im Zimmer
um. Sehe den Tisch. Mit Tabletten und
Kram. Die Thermoskanne. Den Rollstuhl.
Das Sofa. Den Sessel. Die Lampe. [ ... ]
Sie wollte…,
Sie konnte …,
Sie durfte …,
Und sie wollte immer wieder!
Doch sie konnte nicht!
Durfte sie nicht?
Nein, sie konnte nicht!
Wollte sie nicht?
Doch sie [ ... ]
Ja, ich projiziere.
Ich projiziere auf Menschen,
Die so sind,
Wie ich gerne wäre.
Dann denke ich,
Dass ich so sein würde,
Wenn ich Teil ihres Lebens sein könnte.
Aber was würde das [ ... ]