Gehe sinnend durch den Winterwald,
Raureif glitzert auf den Tannenspitzen,
Schneeelfen werden rasch zur Gestalt,
und leise reifen Spukgeschichten.

Auch Knecht Ruprecht mit dem Rentier,
stapft durch tief verschneite Tännchen,
für kurze Zeit ist`s sein Revier,
begleitet von den Wichtelmännchen.

Ein Eichhorn huscht von Baum zu Baum,
sucht eilig nach vergrab`ner Nuss -
doch bleibt der Fund oft nur ein Traum,
bei Dunkelheit ist schließlich Schluß.

Und an so manch verwegenen Ecken,
stehen Sträucher, schneebedeckt, in großer Zahl;
auch schlummern Seidelbast und Haselhecke -
der Winter lässt ihnen keine Wahl.

Alle Bäume, groß und alt,
ragen auf wie weise Patriarchen,
ganz still nun ruht der Winterwald,
und ich mein, ich hör sie schnarchen.


© groti


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Beschreibung des Autors zu "Schlafender Wald"

Winterwald, Knecht Ruprecht, Einhorn, Sträucher, schnarchen

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Kommentare zu "Schlafender Wald"

Re: Schlafender Wald

Autor: humbalum   Datum: 03.12.2025 13:48 Uhr

Kommentar: Hallo

Weihnachten ist die letzte Freude von
mir. Sonst leide ich an dem Siechtum
der Langeweile. Und damit schleppe
ich mich durch das Jahr. Morgens mit
Depressionen und endlosen Tränen.
Mittags mit Wein und drei Linien
Koks. Abends mit Joints und Hanfplätzchen. Die Nacht bleibe ich
mit drei Piccolo nüchtern. Das grenzenlose Problem meines Lebens.
Ich werde zwar älrer und älter. Aber
auch schöner und schöner. Die
Jugendlichkeit von mir empfinden viele als verletzend. Schwingungen wie ein unsterblicher Gott. Ein Charisma von zehn dutzend Gurus. Eine Lebendigkeit von zehn Boxweltmeistern in Schwergewicht.
Das Wunder von jedem Harem. Aber
diese unheilbaren von Neidgeistern
besessenen Wunden. Dazu Ärzte für die meine Eleganz Klasse und Stil
einfach zuviel ist. Und die mit ihren bescheidenen psychologischen Definitionen einfach auf dem Schlauch stehen. Und die dann gerade
in der Weihnachtszeit wieder die
wahre Natur der Nächstenliebe entdecken. Und dann mein wunderbares göttliches Wesen, zum
erstenmal klar sehen. Und mich als
das Wunder der Wunder akzeptieren.
Und das Glück der Welt geniessen, in
der es Wesen wie mich gibt. Weihnachten ist dadurch wunderschön für mich. Da auch ich
mal mit meinem bescheidenem unscheinbarem Leben auffalle. Und
die Güte der Güte. Und die Liebe der Liebe. Und das Glück der Glücke. Die feierlichsten Glocken in jedem Herz
schlagen lässt. Dein Gedicht ist inspierirend. Ich könnte noch Stunden von meinem hochselig erleuchtendem Dasein erzählen.
Aber jetzt ist Teezeit. Darum das nächste mal die Zugabe. MfG Klaus

Re: Schlafender Wald

Autor: Varia Antares   Datum: 03.12.2025 20:12 Uhr

Kommentar: Traumhaft schön! :)

Liebe Adventsgrüße
Anna Varia

Re: Schlafender Wald

Autor: Groti   Datum: 03.12.2025 20:54 Uhr

Kommentar: Liebe Anna, lieber Klaus, ich danke Euch beiden für Eure Worte und schicke lG in Euren Abend, Helga

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