Leise Melancholie

© Uschi Rischanek

Der Herbst senkt traurig nun sein Haupt.
Gar müde ist er schon geworden.
Aus Nebelschwaden Türme baut,
in denen Farben sich verborgen

ganz langsam auch das Blattgespiel,
hernieder kreiselnd wie zum Tanz.
Nur zu gefallen doch das Ziel,
so kostümiert zum Mummenschanz.

Im Leben selbst nunmehr der Herbst,
die Kraft sie schwindet Stück um Stück.
Verständlich, dass es manchmal schmerzt,
verblassend auch was einstmals Glück.

Doch ists Gedankenbild das trägt ~
das hoffen lässt in dieser Zeit.
Wenn Frühlingswind erneut dann weht
und Wärme macht sich langsam breit..

© Uschi Rischanek
Text/Bild/Rezitation
Music: Onion All Stars


© Uschi Rischanek


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Kommentare zu "Leise Melancholie"

Re: Leise Melancholie

Autor: humbalum   Datum: 19.11.2025 20:06 Uhr

Kommentar: Hallo

Ich bin zur Zeit am Ende. Ich war
Gestern richtig durch gefroren.
Eine Fahrt im unbeheizten Auto.
Und dann zehn Minuten, bis ich in
der Wohnung war. Und meine Beine waren wie Eis. Bei gelähmten Leuten geht das schnell. Und erst heute Mittag waren die wieder warm. Jetzt
ist auch mein dicker warmer Schlupfsack weg. Der lag auf dem Sofa. Und jetzt ist er nicht mehr da.
Die letzte Zeit war zuviel Chaos. Ich
bin total out. Jetzt überlege ich, wie
kriege ich die Arzttermine hin. Ich
habe noch einen Schlupfsack. Der
hält aber nicht so warm. Da muss ich
drei dicke Hosen anziehn. Dann
den Schlupfsack. Dann zwei t shirts. Ein Hemd. Eine warme Jacke. Und drei paar Socken. Und dann den Weg so wählen, dass ich schnell in der U Bahn bin. Schnell beim Arzt. Und wieder zurück. Was eine lustige Sache ist. Denn der schnellste Weg ist so ein Ding. Dann fällt ein Bus aus.
Und tralala. Dann ist mein Schlaf so ein Halbschlaf. Und das heisst: Keine
hälfte schläft. Zwei Halbschlafhälften.
Das ist ein Nichtschlaf. Und drei vier Tage nur zwei Halbschlafhälften. Und jeder Tag ist auch Traumland. Dein Leben ist dann ein Traum der
Halbschlafhälften. Und das Tag und Nacht. Nur Traumland. Das ist der Luxus. Und wird nur von Disneyworld übertroffen. Und ich habe das Gratis. 24 Stunden mein ganz persönliches Disneyworld. Die
kalte Jahreszeit für mich. Der
Alptraum. Das Gedicht, lässt die schönen Seiten des Herbst sehen.
Jede Jahreszeit hat so einen Zauber.
Etwas einzigartiges an Schönheit.
Faszinierend. Blühen im Frühling.
Volle power mit grün im Sommer.
Und der bunte Abschied des Lebens
im Herbst. Und die göttliche Stille im Winter. Die, das Leben dann wieder weckt. Das sind so die Jahreszeiten.
Die Einen nehmen. Die Anderen geben. Aber keine Zeit zerstört. Ein
schönes Gedicht. Bis dann. MfG Klaus

Re: Leise Melancholie

Autor: Uschi Rischanek   Datum: 19.11.2025 21:06 Uhr

Kommentar: Hallo Klaus,

danke erstmal für dein ausführliches Reflektieren was die derzeitigen Temperaturen betrifft...
Damit habe ich mich momentan ebenfalls herumzuschlagen, möchte ich doch so gerne noch ein paar Gewächse mit hierher verbringen, doch bei morgendlichen Temperaturen von heute bereits -8° wird mir dies wohl verwehrt bleiben. Zwar wäre es möglich im anderen Domizil sie noch aus der Erde zu holen, doch weiß ich nicht, ob ich sie hernach hier einzugraben vermag. Im Topf stehen lassen geht auch nicht, das würde dem Wurzelwerk sicherlich auf längere Sicht so gar nicht gut tun.

Mein erster Mentor und lieber Poetenfreund K.N. hatte M.S. und war auch an den Rollstuhl gefesselt. Doch unternahm er weite Ausfahrten, seinen Hund stets an der Seite und sich selbst mit Wärmepack ausgestattet. Er war sogar so crazy, dass er mit dem Rolli auf den zugefrorenen See hinausfuhr - unglaublich leichtsinnig, rückwirkend betrachtet. Nach einem schweren Infarkt erholte er sich leider nicht mehr und ist auch schon einige Jahre nicht mehr unter uns.
Na vielleicht schaut er ja von seiner Dichterwolke hoch drobn gnädig auf mich herunter ;-))

Was die Zeit und darin den Herbst betrifft, so ist denke ich gerade die Zeit im November jene Spanne, die oft recht dunkelgraue Gedanken entstehen lässt. Für den einen mehr und für andere weniger, gefolgt von hernach gleich dem Dezembermonat, auch nicht gerade prickelnd, zeigt er uns doch recht unbarmherzig auf, wer zu den traditionellen Familienfeiern nicht mehr anwesend ist und schon längst nichtmehr unter uns weilt....

Am Glanz der Kerzen, die bei mir fast immer angezündet werden, sich zu erfreuen, den klaren Sternenhimmel, selbst bei frostigen Temperaturen zu betrachten mit seinen unendlich vielen Sternbildern da hoch droben, die Reiher bei mir am See unten, die sich an den seichten Uferbereichen derzeit ihre Bäuche vollschlagen, und wie es in dem vor einigen Tagen von mir rezitiertem Gedicht

'Vor einem Winter' von Eva Strittmatter lautet:

....Der Bäume Tod und Träne.
Der schwarze Rabenschrei.
Der Orgelflug der Schwäne.
Was es auch immer sei,

Das über uns die Räume
Aufreißt und riesig macht
Und fällt in unsre Träume
In einer finstren Nacht.

Ich mach ein Lied aus Stille.
Ich mach ein Lied aus Licht.
So geh ich in den Winter.
Und so vergeh ich nicht.

E.S.

Dem Flug der Schwäne, der beinahe wirklich wie Orgelklang vernehmbar ist... zu lauschen - all das ist auch eine Art des kleinen Glücklichseins wenn man versteht
der Stille zu lauschen...

Einen feinen Abend gewünscht mit herzlichem Dank und lieben Grüßen zu dir!
Uschi

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