Der Sommer glänzt mit Überfluss,
verspricht in Licht ein stilles Mehr,
doch in der Fülle liegt Verdruss,
denn nichts bleibt ewig sonnenleer.
Die Bäume raunen rot und gold,
ihr Blättern spricht vom sanften Gehen.
Vergänglichkeit, so warm, so hold,
lehrt uns, im Fallen aufzustehen.
Wenn Blätter sinken, steigt das Herz
empor in Räume voller Fragen.
Erinnerung – ein süßer Schmerz,
der durch das Jetzt beginnt zu tragen.
In kühler Luft am Abendrand
verstummt der Lärm, der uns bedrängt.
Da lauscht die Seele, still gebannt,
wie Zeit sich in Bedeutung senkt.
Denn nicht der Glanz, der kurz verweht,
prägt tief das Wesen unsrer Tage,
es ist der Wandel, der besteht –
die leise Antwort auf die Frage.


© TIMO ERTEL


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