Ein mildes Wehen hebt das Leben,
die Erde atmet still empor.
Aus dunkler Scholle sprosst ein Streben,
ein leises Klingen tönt im Chor.

Es wächst das Grün in stillen Bogen,
der Tag gewinnt an weiter Kraft.
Ein Glanz aus Höhen, sanft gezogen,
hat goldne Reife heimgebracht.

Dann welkt das Blatt in matten Farben,
der Acker ruht, das Feld ist leer.
Ein leiser Wind beginnt zu darben,
die Schatten wachsen schwerer her.

Die Stille dehnt sich, Nächte langen,
der Atem wird zu gläsern’ Hauch.
Ein tiefes Schweigen hält Verlangen,
und birgt im Grund den neuen Brauch.

So schließt sich still der Kreis des Werdens,
die Wandlung trägt ihr eignes Lied.
Es gibt kein Ende hier auf Erden –
nur das, was aus Verwandlung blüht.


© TIMO ERTEL


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