Rissig- welkes Laub am Boden
Vom Winterregen vollgesogen
Vor spiegelnd blinden Fenstern
Silhouetten gleich Gespenstern

Wo mich eingepackte Menschen stoßen
Vogelwolken, die vom Sturm zerstoben
Ist der graue Himmel wie ein schweres Tuch
Nicht gereinigt von der Atmosphäre Fluch

Klingeltöne schallen grell
Flirrende Stimmen schneidend hell
Reden, reden im Gerenne
Fegen Worte aus der Tenne

Geschminkter Glanz in fremden Mienen
Fassaden mit Leuchtreklame dienen
Reiz der Belustigung, Reiz der Befriedigung
Retten in seelige Zerstreuung

Da eine Sperlingsfeder schwebend
Unendlich langsam tänzelnd drehend
Unerreichbar, höhnisch überwindend schon
Die Mauern meiner Interpretation


© torsten krippner


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Kommentare zu "Draußen"

Re: Draußen

Autor: Wolfgang Sonntag   Datum: 18.01.2020 23:14 Uhr

Kommentar: Lieber Torsten,
in deinen Zeilen erkennt man die Unzufriedenheit mit der Jahreszeit, mit dem Wetter, mit den Menschen. Aber ich bin zufrieden mit deinem Gedicht, gefällt mir.
Liebe Grüße Wolfgang

Re: Draußen

Autor: KristinaM   Datum: 18.01.2020 23:30 Uhr

Kommentar: Tolle Beschreibung und eingesetzten Metaphern und ein Hoch für dich und deine bewusste Wahrnehmung und Beobachtung der Natur und Menschen.

Re: Draußen

Autor: Verdichter   Datum: 19.01.2020 0:04 Uhr

Kommentar: ...mit "happy End"! Jedenfalls lese ich das heraus. Und mit vielen Bildern im Kopf.
Hat mir sehr gefallen!

Gruß, Verdichter

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