Der August ziehet ein
und bringt des Sommers Krone;
sein goldner, warmer Schein
ist die gereifte Sonne.

Die Ähren, schwer und dicht,
verneigen sich der Erde;
im späten Mittagslicht
wird Fülle zur Gebärde.

Am Tag wird schwarz und schwer
die Brombeerfrucht im Laube;
die Wespe kreist umher
im Duft der reifen Traube.

Der Mäusebussard zieht
sein Schweigen über Felder;
im hohen Grase glüht
der Rain vor dunklen Wäldern.

Die Schwalbe prüft den Wind,
die Schatten wachsen leise;
die Tage, müd und lind,
bereiten sich zur Reise.

So krönt der August nicht
das Bleiben, sondern Reifen:
Er legt ins volle Licht,
was wir im Schwinden greifen.

© Timo Ertel, 2026


© TIMO ERTEL


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