Man fragt sich leise, Nacht für Nacht,
wer hat den Nordstern ausgelacht?
Die Zeiger kreisen ohne Ziel,
der Kompass schweigt, das Land steht still.

Hoch über Straßen, kalt und klar,
sitzt Macht aus Glas, so fern, so nah.
Hände aus Licht, Gesichter stumm,
sie zählen nur Zahlen – warum?

Sie werfen Würfel blind vor Gewinn,
verlernen, wer wir wirklich sind.
Die Erde atmet Rauch und Glut,
doch Glas kennt weder Schmerz noch Blut.

Sie tanzen rhythmisch im Börsenwind,
an Fäden, die aus Gold gesponnen sind.
Unten ein Volk mit leerem Blick,
geübt im Kaufen, nicht im Glück.

Politik: ein endloser Maskenball,
Spiegel blenden überall.
Und wenn der letzte Strang zerreißt,
bleibt Staub, der nicht Freiheit heißt.


© Max Vödisch


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Kommentare zu "Die Marionetten im Glaspalast"

Re: Die Marionetten im Glaspalast

Autor: Michael Dierl   Datum: 28.12.2025 4:45 Uhr

Kommentar: Hi und guten Morgen,
gut getroffen Dein Bild dieser Marionetten im Glaspalast. Komisch ist schon, dass man zum Regieren Panzerglas braucht, wo es denn um ein Volk geht, dass einem im Ernstfall auch an einer Front gegen Eindringlinge von außen schützen sollte, man ihnen Dinge in die Hand gibt die die Welt kaputt machen könnten, da ist doch Panzerglas keine ehrenhafte Wahl und schon gar keine des Vertrauens. Gut geschrieben Dein Gedicht!

lg Michael

Re: Die Marionetten im Glaspalast

Autor: Max Vödisch   Datum: 28.12.2025 9:15 Uhr

Kommentar: Hallo Michael,

danke für den positiven Kommentar.

Liebe Grüße
Max

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