Ein Mann einer verfemten Minderheit
ging die Wolga entlang ein Uferstück weit.
Als er ausrutscht und ins Wasser fällt,
ruft er lauthals um Hilfe,
die sich prompt auch eingestellt.
Der Polizeibeamte setzt schon zum Rettungssprung an,
bis er erkennt:
Ein Jude, der Mann.
Solchen Menschen hilft er mitnichten,
weil die vermeintlich nur Unheil anrichten.
Also zieht er seine Uniform wieder an
und bedeutet dem wasserspuckenden Mann,
er möge verdammt krepieren
und in der Wolga elendig erfrieren.
Da brüllt der verratene Tropf in seiner Not,
er wünsche dem Polizeipräfekten den Tod.
Und alle Staatsbeamten wären kriminell.
Jetzt reagiert
der Ordnungshüter aber rasend schnell,
den Übeltäter im Wasser noch festzunehmen,
ihn frisch verhaftet
zum Protokoll auf die Wache zu nehmen.
Überglücklich
lässt sich der erschöpfte Mann
nicht lange bitten,
hätte er doch fast den Wassertod erlitten.
Beschreibung des Autors zu "Lebensrettende Verhaftung"
Die Episode ist aufbereitet nach einer jüdischen Erzählung.
Ihre moralische Quintessenz liegt auf der Hand.
Mancher Mensch und sein Leben sind oftmals nichts wert,
es sei denn als Täter, der den Rechtsfrieden stört.
Ich sehe das Leben als Geheimnis.
Als Traum. Als Spiel. Als Reise.
Und ich weiss: "Die Augen! Die
Ohren! Die Worte!" Und die
Phantasie. Und das Denken finden
nur Gold. Mit etwas Mut. Mit [ ... ]
April ist ein Maler mit Pinseln im Wind,
er malt jeden Tag, wie es ihm gerade gelingt.
Ein Tupfer aus Sonne, ein Strich aus Regen
und plötzlich tanzt ein Bogen dem Himmel entgegen.
Mag sein, wies den Anschein hat, doch recht vermessen,
daß das was wir denken, das wir je besessen,
doch nur als geborgt und geliehen sich zeigt.
Die Tränen von weit her die darob [ ... ]
Ein jeder hat es schon erlebt,
dass trübe Zeit ins Leben dringt,
kein Sonnenstrahl den Himmel hebt
und still das Herz in Schwere sinkt,
indes das Auge leise weint.