Für's Klima wird schon was getan,
Orkane, Flut will keiner hab'n
Brutale Hitze, Dürrezeiten:
da muss jedes Wesen leiden

Daneben aber gibt‘s ein Sterben,
ein langsam wachsendes Verderben
der alten, großen, reichen Wälder,
der bunten Wiesen, Moore, Felder

Der Mensch nimmt sie für seine Zwecke,
missbilligt jede wilde Hecke,
baut breite Straßen, starke Zäune,
zerschneidet große Lebensräume,

die alle Tierwelt für sich braucht,
baut Mais und Raps und was da taugt
für seinen Nutzen und Bedarf.
Agrarwirtschaft ist schon entlarvt

als ein Vergifter und ein Quäler
Die Politik schielt auf die Wähler,
die Massenwirtschaft darf florieren
Wen kümmert's, was da mit den Tieren

und den Pflanzen heut' geschieht?
Ihr Leid ist still, ihr Schmerz verzieht
Rebhühner, Lerchen, Bekassinen,
die Schmetterlinge und die Bienen,

die Fledermäuse, Salamander,
verschwinden still und miteinander
So viele stecken tief in Nöten,
auch Kühe, Schweine, Fische, Kröten

Erhalten wir doch für sie Räume,
bewahren, pflanzen viele Bäume!
Geht’s ihnen gut, dann ist es golden
Verderben sie, werden wir folgen

DAS LEISE STERBEN

© Jürgen Wagner - Abendblick auf Stuttgart vom Killesberg


© Jürgen Wagner


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Kommentare zu "DAS LEISE STERBEN"

Re: DAS LEISE STERBEN

Autor: Bluepen   Datum: 15.02.2020 16:35 Uhr

Kommentar: Lieber Jürgen,

ja bewahren wir, wenn noch etwas zu bewahren ist.
Sehr realistisches Gedicht!

LG - Bluepen

Re: DAS LEISE STERBEN

Autor: Ikka   Datum: 16.02.2020 10:11 Uhr

Kommentar: Sehr gut verfasstes, gesellschaftskritisches Gedicht, dem ich ganz viele Leser*Innen wünsche!
Schönen Sonntag für dich, lieber Jürgen!
Ikka

Re: DAS LEISE STERBEN

Autor: Juergen Wagner   Datum: 18.02.2020 19:12 Uhr

Kommentar: Danke Euch! Liebe Grüße!
Jürgen

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