Verharzte Narben,
die Rinde tropft,
das Baumherz blutet,
der tote Vogel singt nicht mehr,
das Laub, die Nadeln fallen stumm
durch unsere Gegenwart,
die Nester vieler Arten bleiben leer,
der Fischer fischt nur tote Fische,
der Lachs im Käfig krankt im Meer,
vieles auf Natur gedecktem Tische
hat Morgen seine Zukunft schon verloren,
gekippt ist längst das Gleichgewicht,
nur Träumer dichten sich das Leben schön:
Es war einmal und wird nicht mehr,
nur noch ein „Lebe wohl“, vorbei mit
dem „Auf Wiedersehen“

Die Zivilisation
hat ihre Naturkinder ans Kreuz geschlagen,
versklavt, vernichtet, ausgerottet,
und jeder nimmt sich schnell ein Stück vom Kuchen mit,
wer weiß, vielleicht gibt es morgen keine Schokolade mehr,
wer stirbt schon gern mit leerem Magen,
Kinderhände pflücken reiche Ernten
für braun gebrannte weiße Bäuche,
der schöne Schein der Errungenschaft,
blendet die Vernunft in Gottes schönem Reiche.


© Jürgen Skupniewski-Fernandez


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Kommentare zu "Artensterben"

Re: Artensterben

Autor: Andrea   Datum: 19.09.2019 18:14 Uhr

Kommentar: Ich schmökere gerade ein bißchen hier rum. Dieses Gedicht gefällt mir sehr gut, leider sehr viel Wahres dran und du hast die richtigen Worte gefunden. Jetzt lese ich deine anderen Werke auch noch.
Gruß von Andrea

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