DAS ERSTE INNERE AUFBRECHEN
––––––––––––––––––––––
Schnee in den Hängen –
eine weiße Stille,
die das Winterlicht bewahrt,
als ahnte es im Schweigen
seine eigene Herkunft.
Ich halte Wasser in der Hand.
Einen Atem lang
nimmt es das Licht des ersten Schnees an,
bevor es zurückrinnt
in sein eigenes Dunkel –
als wüsste es,
dass nicht alles
von uns gehalten werden muss.
Über der Stadt hebt sich der Rauch,
ein leiser Ruf
aus allem,
was wir zu lange getragen haben.
Und in mir wird es still:
Loslassen ist kein Ende.
Es ist der Augenblick,
in dem etwas leichter wird.
Bedecke, Schnee,
die müden Träume,
die offenen Stellen
der Enttäuschten.
Lass sie ruhen,
bis sie wieder
in sich zurückkehren.
Im Frost klären sich die Blätter,
durchsichtig,
unerschrocken.
Sie stehen da
und lassen geschehen,
was geschieht.
Und da erkenne ich:
Nichts, was ich freigebe,
verliert sich.
Es wandelt sich
und wird zu Licht –
genau dort,
wo ich es nicht mehr festhalte.
Beschreibung des Autors zu "DAS ERSTE INNERE AUFBRECHEN"
NACHWORT
Der Februar ist ein Monat des verborgenen Drängens. Noch liegt die Welt im Griff des Winters, doch unter der Oberfläche beginnt etwas zu arbeiten, leise, unaufhaltsam. Dieses Gedicht folgt dieser inneren Bewegung: vom Bewahren zum Loslassen, vom Dunkel zum Licht, vom Festhalten zur Wandlung. Es erinnert daran, dass jedes Aufbrechen zuerst im Inneren geschieht –lange bevor es sichtbar wird.
Manchmal fühlst du dich wieder wie ein Kind,
das durch die Nächte jagt im leisen Wind.
Die Jahre werfen Schatten auf dein Gehen,
auf dem weichen Boden bleibt ein leises Auferstehen.
Früh am Morgen,
wenn der Wecker klingelt,
schlafen meine Augen noch
und ich bin in Gedanken,
bei meinem letzten Traum,
der jetzt zerbrochen
vor mir liegt.
Die dir sagen, du könntest nicht lieben.
Die dir sagen, du könntest nicht weinen.
Und wenn morgens die Sonne aufgeht,
erkennst du die Wahrheit, weil [ ... ]
Wenn
Der Inhalt einer Seele
Wie bunte Scherben zu Boden fällt,
Dann darf der Boden nicht zu schön sein.
Und es darf keiner daneben stehen,
Der Angst hat
Und das Leben zu ernst nimmt.
Weil [ ... ]