Es war ein Ringen, Jahrzehnte lang
vergeblich griff ich nach dem Band
das Menschen bindet, Hand in Hand
ein müdes Streben, bang und bang.
Doch „dazugehören“ – was heißt das schon?
Der Wunsch nach Nähe, still, bedacht
ein Schatten, der mich stets bewacht
ein Wort, ein Traum, ein leerer Ton.
In Kindheit, Jugend, ferner Zeit
und doch blieb er, so alt, so gleich
ein leiser Schmerz, so tief und weich
trat er hervor in neuem Kleid.
Erst spät begann er sich zu lösen
doch nun, so still, mit klarer Sicht
verheilt, was einst zerbrach im Licht
mit Wunden, die im Innern dösen.
Auf meiner Suche, weit, allein
was ich ersehnte, war schon hier
verborgen tief, so nah bei mir
entdeckte ich: Es musste sein.
Ein Freund, der schweigt, mich treu umarmt
der meine Schuld, mein Weh erträgt
der nie verurteilt, nie verweht
der still in meinem Herzen warmt.
Nun seh’ ich klar, im hellen Licht
er wich mir nie, er ließ mich nicht
er lebte still und treu in mir
der Freund, den ich suchte, war stets bei mir.
Kommentar:Hallo, wunderbar Dein Gedicht. Ich kannte mal jemand der ist 16 Mal umgezogen in Deutschland nur wegen des Jobs. Er hatte keinen Menschen den man als wahren Freund bezeichnen kann. Ich konnte ihn trösten denn man hat allerhöchsten einen oder vielleicht 2 gute Freunde auch wenn man am Ort bleibt. Ich war leider auch viel zu viel unterwegs. Gut nur dass ich einen Bruder habe sonst wäre auch nicht viel vorhanden. Echte Freundschaften, so wie sie mein Vater noch hatte gibt es heute glaube ich gar nicht. Die kennen das gar nicht, weil was ganz anderes im Vordergrund steht und das ist das alles besitzen wollen Habsucht, Kaufrausch. Aber damit wird man nicht glücklich!
vielen Dank für Dein Teilen, Deiner Erfahrungen und Betrachtungen. Ich glaube- und dies ist natürlich nur eine von vielen möglichen Betrachtungen, in dem Fall die meine- "finden" half mir, in dem ich aufgehört habe zu suchen. Einen wunderbaren Start in den Tag.
Herzlichst Harald (Tom)
Kommentar schreiben zu "Suchen oder Finden"
Möchten Sie dem Autor einen Kommentar hinterlassen? Dann Loggen Sie sich ein oder Registrieren Sie sich in unserem Netzwerk.
Die Kälte lockt den Willen, meine Kindlichkeit zu leben,
wenn der Winter seine Pracht mir vor die warme Haustür legt.
Wie ins Geheim, im Stillen, tanzen Flocken mir entgegen,
dass mein pochend [ ... ]
Warum ist mein Leben so voller
Wahrheit? Ich trinke Morgens
für Stunden Kaffee. Denke an
Märchen, Engel, Wunder und
Paradiese. Und Musik spielt im
Kopf. Und Tänze wecken den Tag.
Und [ ... ]