Wie viele Worte spricht ein Mann im Laufe seines Lebens?
Wie viele Missverständnisse ergeben sich daraus?
Wie oft resultiert daraus eine traurige Seele?

Wie oft war er gut zu jemandem,
hat dabei geholfen,
die Missverständnisse anderer zu beseitigen,
die traurigen Seelen zu trösten?

Wie oft hat er aber über sich selbst
und sein Handeln reflektiert?
Wie oft bemerkte er, dass er selbst der Ursprung
einer traurigen Seele oder
eines Missverständnisses war?
War er auch gut zu ihnen?

Daran erkennt man einen Mann,
der mit sich selbst in Reinen ist.
Denn nur wer es erträgt,
seine eigenen Fehler nicht nur lediglich einzusehen,
sondern auch handelt,
der kann auch in der Zukunft wieder daran denken,
ohne Scham, Angst oder Reue, weil er nichts geändert hat.

Wie oft tat in seinem Leben ein Mann diese Dinge?
Hat er je darüber nachgedacht?
War er im Reinen mit sich selbst?

Doch wer berechnet nun den Wert?
Der Mann kann nicht mehr nachdenken.
Und die Person, die sich diese Fragen stellt,
ist eine andere.

Doch verhilft die Fragerei auch der anderen Person
zur Reinheit mit sich selbst?
Denn diese Fragen betreffen sie nicht.
Sie ist ein Beobachter und weiß von nichts.
So können dieselben Fragen
Belastung und Befreiung zugleich sein.


© Stellina


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