Das Sterben

Auch

wir menschen
vegetieren gegen ende
im alter oder krankheit dahin
so wie jedes andere sein

und erwarten schmerzlich
zusammengekauert dieses ... sterben
wobei wir sicherlich schon viele
tode durchleben

ja ... irgendwann wird man human etwas unterstützt

mit unmengen von morphinen
welche langsam das herz still legen
damit sich wenigstens der allerletzte atem
leichter weich verabschiedet

doch wie lange erhaltet denn ein leben

welches eigentlich doch viel grausiger
als der tod selbst diesen übermüdeten körper
oftmals jahrelang in betten fesselt
wobei sich meist die augen schließen

und nur kurz hilfesuchende
sehnsuchtsblicke
ihrer argen seelen verwundung
in den raum tränen

um fragend nach erlösung zu flehen

aber niemand scheint sie wahrzunehmen ...


. possum .

Das Sterben

© possum


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Beschreibung des Autors zu "Das Sterben"

ps. ich wurde die letzte zeit mit dem thema konfrontiert
und es belastet meine seele was man den alten leutchen
eigentlich antut in ihrer allerletzten station des seins
der preis des erhaltens ist nicht selten unmenschlich ...

lieber Gruß

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Kommentare zu "Das Sterben"

Re: Das Sterben

Autor: Alf Glocker   Datum: 08.03.2018 6:10 Uhr

Kommentar: Ja, das Leben ist schon...

LG Alf

Re: Das Sterben

Autor: Ikka   Datum: 08.03.2018 10:08 Uhr

Kommentar: Liebe possum, erlaube mir, dass ich mich zunächst einmal über meinen visuellen Eindruck deines Werkes äußere: Das Foto ist soooo wunderbar ... und zudem sehr geeignet zur Unterstreichung deiner Zeilen über dieses schwierige existenzielle Thema. Hoffentlich ist ein "Bildband" mit deinen lyrischen Zeilen geplant.
Herzlich,
Ikka

Re: Das Sterben

Autor: Verdichter   Datum: 08.03.2018 15:48 Uhr

Kommentar: Liebe Possum, ich muss dir soo Recht geben... ich habe 10 Jahre in einem Altenheim gearbeitet. Solange sie es irgendwie selbst können, leben alle noch gern, auch mit ihren Einschränkungen. Aber was danach kommt, ist nur noch Quälerei, von der jeder vorher sagt, er möchte das nicht.
Muss man wirklich alles tun, was man kann?
Und: fantastisches Bild dazu!

Möge es uns anders ergehen...
Gruß, Verdichter

Re: Das Sterben

Autor: Waldeck   Datum: 08.03.2018 17:24 Uhr

Kommentar: Die Kirche und der Einfluss der Religionen und ihrer Legionen
bestimmten über die Ethik, die Sterbehilfe den Notleidenden verweigert,
die noch mit 90 an die Dialyse geschleift werden.
Je länger diese Maßnahmen andauern, umso erträglicher sind die Kosten
für das christliche Gesundheitssystem im Namen Gottes.
Besetzte Betten, Pflege, Maschinen und unzählige Drogen, die angeblich
etwas erleichtern und verlängern sollen, was unerträglich ist.
Es ist immer wieder der Glaube, der selbst über jene bestimmt, die ihm
nicht angehören. Durch Lackaffen, die sich aufspielen, als Bindeglied
zwischen deinem Leben und der Ewigkeit, vom Taufbecken über die Hochzeit
bis zur verweigerten Hilfe durch den Gnadentod.
Angeblich liegt ihnen dein Leben am Herzen.
Dort liegt es in der Tat auf ewig unter Schmerzen.


LG. Waldeck

Re: Das Sterben

Autor: possum   Datum: 09.03.2018 4:29 Uhr

Kommentar: Hallo Euch, lieber Alf, liebe Ikka ... nein es fehlt die Zeit, liebe Verdichter leider ist es so so traurig, lieber Waldeck in der Beziehung geb ich nicht mal den Religionen zuviel Beachtung, man will oder muß Leben erhalten so die Gesetze von uns eingerichtet, zugegeben es ist eine feine Linie den richtigen Zeitpunkt heraus zu fühlen, aber mit dem Fühlen haben wir mehr und mehr Probleme. Habt alle lieben Dank auch ihr Knöpfer ganz herzig Grüße!

Re: Das Sterben

Autor: Waldeck   Datum: 09.03.2018 19:31 Uhr

Kommentar: Du magst das offensichtliche leugnen, aber ich habe täglich mit diesem
Problem zu tun. Und zu verharmlosen, das Religion genau das verhindert
bezeugt nur, warum das oben beschriebene Mitleid haltlos bleiben wird.
Tut mir leid.

LG. Waldeck

Re: Das Sterben

Autor: possum   Datum: 09.03.2018 22:58 Uhr

Kommentar: Ja lieber Waldeck du hast ja auch Recht, ich habe ja oftmals mit älteren Leutchen zu tun. Für Viele ist es Wichtig einen Strohhalm zu finden und sie fragen mich flehend für sie zu Beten, wenn jemand gläubig ist, so akzeptiere ich Dieses, ich selbst bin allerdings ein Gegner der Religionen, mir gefällt es nicht einen Namen dafür einzutragen. Irgendwie liegt für mich der Glauben, in dieser Ganzheit des Seins, aber ich sehe es nicht tragisch wenn Jemand anderswie sich festhält, natürlich ist enormer Mist gewachsen aus den biblischen Überlieferungen, welche zigmale durch Menschenhand umgemodelt wurden. Danke dir für deine Meinung zu diesem Thema, sei lieb gegrüßt!

Re: Das Sterben

Autor: Waldeck   Datum: 10.03.2018 14:43 Uhr

Kommentar: Du, wie reden aneinander vorbei, weil ich wohl nicht deutlich genug war.
Mir geht es nicht, was diese Leute in ihrer Verzweiflung alles zu glauben
bereit sind, sondern, was die Religionen und ihre Lobbys hinter Politikern
und Pharma + Krankenhäusern aus vorgeschobenen, scheinbar ethischen
Gründen den Todkranken gegen ihren Willen zumuten, was bei einem Tier
als Quälerei angesehen wird.
Ihr Einfluss in der Politik ist so groß, das Sterbehilfe, dort, wo es keine Hoffnung
mehr gibt und die Kranken um Erlösung flehen, sich diesen Dingen verweigert,
wegen dem Einfluss der Religionen, die über den Körper der Frau ihren
Einfluss austragen, wie zB. durch den wachsenden Einfluss der Abtreibunsgegnern.
Überall sind ihre "Berater" unterwegs, bis Frauen gezwungen sind, ihre Kinder
heimlich zu entsorgen, wie all die Jahrtausende zuvor.


LG. zurück.

Re: Das Sterben

Autor: agnes29   Datum: 10.03.2018 15:58 Uhr

Kommentar: Liebe possum ein schwieriges Thema, du hattest den Mut um es
zu schreiben und ich muß sagen, ja den Tieren ist man gnädig.
Warum muß der Mensch so leiden wenn es doch keine Aussicht
auf Heilung gibt. In Holland ist man schon viel weiter.
Ich finde eigentlich nicht die richtigen Worte, möchte keinem die
Schuld geben und vielleicht ist es am besten das man selber zeitig
vorsorgt und sich gut informiert.
Liebe grüße Agnes.

Re: Das Sterben

Autor: possum   Datum: 10.03.2018 22:42 Uhr

Kommentar: Danke lieber Waldeck und liebe Agnes, lieber Waldeck ich verstehe genau was du meinst, vielleicht bin ich zu ausgesschweift, Situationen sind himmelschreidend da gebe ich dir vollkommen Recht, ja liebe Agnes es ist ganz wichtig sich zu Lebzeiten darum zu kümmern wie es weitergeht, wenn wir nicht mehr über uns bestimmen können. Der letzte Fall wobei ich mich um eine alte Dame so aufregte war die Bürokratie, sie machte mit mir noch Spaß und sagte ... wenns soweit mal ist fliegen wir in die Schweiz, dann ein massiver Schlaganfall wo man sie Stunden später in der Wohnung fand, ich konnte nichts machen nur verzweifelt zusehen, wie sie mit künstlicher Ernährung diesen kaputten Körper erhalten wollten, der mit 88 schon überall sehr kränkelte, zum Glück fanden wir heraus dass Ihre Verwandten entscheiden durften und die Maschinen wurden lahmgelegt, sowie Schläuche der Ernährung entfernt, inzwischen ist sie friedlich verstorben was ihr Wunsch gewesen wäre. Aber diese Hilflosigkeit als ich so dastand und konnte anfangs nichts dagegen machen, es war hart. Hätte sie nicht doch Jemanden eingetragen mit der Vollmacht welch ein Leidensweg.
Das System des Ganzen ist sehr schwierig und auch brutal! Vielen Dank euch Beiden und ganz liebe Grüße!

Re: Das Sterben

Autor: Piscium   Datum: 11.03.2018 21:43 Uhr

Kommentar: Vor zehn Tagen ist die Schwägerin meines Großvaters verstorben, 91 Jahre alt. Was ich da hinter den Kulissen gehört habe (hat mich nicht direkt betroffen), hat mich in Wallung gebracht: Mit 90 Jahren hat man der Dame noch eine belastende Chemotherapie angedreht, und dann nach Hause entlassen, wo sie von Angehörigen mitversorgt wurde, sie war noch rüstig bis dahin. Irgendwann hat sie es vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten und die Angehörigen waren überfordert. Dann kam sie in ein Altenheim (sog. "Kurzzeitpflege"), die fühlten sich nicht zuständig also Krankenhaus. Die konnten auch nichts machen, und wollten wieder zurück überweisen. Es wurde unerträglich. Dann MRT: Feststellung: Metastasen überall, an den Knochen, Lunge, alles, was man sich denken kann. Also Mophium. Das wiederum ging aber nicht im Krankenhaus, die verdienen seit der Fallpauschale schließlich nur noch mit OPs und teuren Geräten Geld. Also wieder Altenheim. Da ist sie entweder unter Qualen noch mal kurz erwacht oder war dauerschläfrig. Es ingesamt ca. drei Wochen gedauert. Also diese Chemo war vollkommen für die Katz und ist für Junge schon eine Belastung. Warum tut man das so alten Menschen noch an?? Im Endeffekt hätte man das alles unter Palliativversorgung auch zu Hause und würdiger hinbekommen können, dafür müsste aber dieser Bereich (Palliativ- und Hospizwesen) besser ausgestattet sein. Überhaupt sind die Krankenhäuser und auch Altenheime oft unterfinanziert und hinten gegen, egal, was die Politik oft behauptet. Hat mir Leid getan.

Re: Das Sterben

Autor: possum   Datum: 12.03.2018 21:43 Uhr

Kommentar: Hallo lieber Piscium, herzlichen Dank für deine Zeit, du hast es hier sehr gut beschrieben wie die Situationen verlaufen, es ist alles Andere als fair, heute basteln sie noch im hohen Alter an uns herum, was doch im Grunde niemand möchte, ganz lieben Gruß!

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