Ein Schiff aus Nacht, aus Harz und alten Speeren,
getränkt vom Schweigen längst versunk'ner Zeit.
Kein Steuermann – nur Sterne, die nicht kehren,
ein Kranz aus Licht im Kleid der Einsamkeit.

Die Planken reden in zerbroch'nen Schriften,
sie zeichnen Wege, die kein Hafen fand.
Die Segel, grau wie unerfüllte Pflichten,
erzittern leis, wenn Wind die Namen bannt.

Im Rumpf ein Chor aus unerlösten Wegen,
aus Schritten, die im eignen Rund sich drehn.
Ein Takt aus Salz schlägt wild und laut dagegen,
auf dass die Geister nie dem Kreis entgehn.

Wir, die im Kiel der Stunden tiefer sinken,
wir tragen Funken, die kein Morgen nimmt.
Das Meer beginnt, den Horizont zu trinken,
bis selbst die Nacht im tiefen Dunkel glimmt.


© Max Vödisch


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