Trilogie : Zyklus Licht und Schatten
Leise Bewegungen des Herzens
Diese drei Gedichte sind kleine Wegmarken eines inneren Jahres. Sie erzählen von der Wärme des Herzens, vom stillen Wunder des Wachsens und von den Spuren, die die Zeit in uns hinterlässt. Natur und Selbst begegnen sich darin wie zwei leise Gesprächspartner, und in ihrer Einfachheit liegt die Möglichkeit, uns selbst ein wenig klarer zu sehen.
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Trägheit des Herzens
Wie kurz unser Handeln ist, ein Atemzug im Wind der Tage.
Wir falten unsere inneren Segel,
wenn die Jahreszeit sich wendet,
und ein stiller Schatten im Abend
fragt nach dem Mut, uns selbst zu erkennen.
Schau hier das Blattwerk,
wie still es seinen Mut entfaltet
im flüchtigen Sonnenlicht.
Es hält den bebenden Wind,
als wüsste es um die Gefahr
und dennoch will es wachsen.
Diese Welt ist nicht meine,
doch ihr leises Wunder erwacht überall,
ohne etwas zu verlangen.
Und manchmal glaube ich,
dass auch in uns ein solches stilles Wachsen möglich bleibt.
Ruinen liegen über die Geschichte verstreut,
und manchmal spüre ich,
dass auch in uns solche stillen Orte wohnen –
vom Wind der Jahre berührt, doch nicht verloren.
Ein Licht will zu uns dringen,
zart wie ein Gedanke, der noch nicht weiß,
ob er bleiben darf.
Manchmal erlischt es,
und erst später merken wir,
dass etwas in uns leiser geworden ist.
Dann kommt der Abend,
legt seinen Schatten vor uns hin,
nicht als Mahnung, sondern als freundliche Frage:
ob wir bereit sind, weiterzugehen.
Vielleicht genügt es, einen kleinen Raum zu bewahren,
in dem die Zeit uns nicht drängt,
sondern still begleitet.
Beschreibung des Autors zu "Leise Bewegungen des Herzens"
Diese drei Gedichte sind in einer Phase entstanden, in der ich bewusst neue Wege gehen wollte – jenseits der vertrauten Formen und Rituale meines Jahresbogens. Sie sind kleine Versuche, das Leise wieder hörbar zu machen: das Wachsen, das Erinnern, das Weitergehen. Vielleicht liegt in solchen Momenten der Stille manchmal mehr Wahrheit als in großen Worten. Ich lade dich ein, in diesen Zeilen einen eigenen kleinen Raum der Zeit zu finden.
Ein Name fällt ins flimmernde Licht,
getragen von Stimmen, doch kennt man ihn nicht.
Ein Flüstern wird lauter, ein Schatten wird groß,
und plötzlich erscheint etwas völlig [ ... ]
Noch hielt mich nicht der erste äußre Drang,
der mich beständig vorwärts treiben hieß;
im Takt der Pflicht verging mein früher Gang,
dem fremden Maß ich folgte, [ ... ]
Der Treppe fehlt eine Stufe.
Die eine Stufe zum Leben. Die
eine Stufe zur Erkenntnis. Die
eine Stufe zur Kunst. Die eine
Stufe zur Liebe. Morgens
war die Stufe einfach weg.
Und keiner weiss [ ... ]
Wenn Lebenslinien sich kreuzen
Fallen Sterne in einen tiefen süßen Schlaf
Hand in Hand gemeinsam sein, solange beide Herzen brennen
Glück ist nicht planbar
Unglück auch nicht
Das Selbst [ ... ]
Der Geier singt ein Lied.
Der Löwe fliegt zur Post.
Der Bär kauft ein Klavier.
Und die Sonne scheint.
Und die Welt spielt. Und
jeder Traum findet Gold.