Der Wind dreht um, die Segel beben,
ein neuer Pulsschlag füllt das Leben.
Was gestern noch wie Felsen galt,
verliert im Morgen seinen Halt.

Wir legen ab, was uns beschwerte,
behüten das, was sich bewährte.
Denn jede Spur im Küstensand
verweht und weist ins fremde Land.

Kein Ende ist ein toter Raum,
er hütet still den Keim zum Traum.
In uns, wo leise Neugier wacht,
entzündet Sehnsucht neue Macht.

So wendet sich die alte Zeit,
wie Ebbe fließt, macht uns bereit.
Ein jeder Abschied, den wir gehen,
lässt neue Ufer auferstehen.


© Max Vödisch


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