Wenn du mich frägst, „was wird denn sein,
Wenn ich irgendwann dann nicht mehr bin?“
Was macht es aus, was frägst du mich,
Macht denn das Leben dann noch Sinn?
Es scheint so kurz und trotzdem lang,
Wenn man zurückgeblickt nunmehr.
Die Emotion in mir macht bang,
Weil Einsamkeit doch schmerzt so sehr.
Ein Leben lang nutzt man sich ab,
Da gebe ich dir gerne recht.
Und doch bevor man noch im Grab,
Ein kleiner Aufschub wär nicht schlecht.
Wer kann schon sagen was wird sein.
Macht nicht das Leben dennoch Sinn?
Im Miteinand, anstatt allein,
Wär dies für uns nicht Hauptgewinn?
Kommentar:Liebe Uschi, dein Gedicht hat mich sehr berührt, zumal ich vor fünf Jahren meine Freundin verloren habe. Die Frage: macht das Leben dann noch einen Sinn, war für mich damals schon existenziell, aber ich muss sagen, das "Miteinand" ist etwas, das unserem Leben Sinn gibt und ich habe das Miteinander danach immer wieder gesucht und gefunden. Denn Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ...
Einsamkeit ist etwas, das ich auch im Miteinander erlebt habe. Und das ist noch so viel schrecklicher als Einsamkeit allein. Aber ich habe den Weg hinaus zu den Menschen gefunden, wofür ich sehr dankbar bin. Und deshalb bin ich auch hier im Netzwerk nicht nur als Schreiber unterwegs, sondern kommentiere auch gerne, nicht unbedingt um Rückantwort zu bekommen, sondern weil ich das, was ich mir wünsche, auch anderen geben möchte.
Ein Kommentar, der mich wissen lässt, habe ich Menschen berührt, und wie habe ich sie angesprochen, ist etwas, das dem Schreiber eine innere Freude geben kann und das Wissen, dass man nicht in einen leeren Raum hineinschreibt.
Das Netzwerk ist kein leerer Raum. Und wenn mehr Leser und Schreiber diese wunderbare Möglichkeit der Kommunikation nutzen würden, ich glaube, wir könnten uns gegenseitig noch viel mehr Flügel schenken.
Liebe Grüße
Gunnar
vorab erstmal danke für dein Hiersein und die Reflektionen zu dem Text. Wir sind in etwa gleich alt, also kann man davon ausgehen, dass wir schon einiges erfahren mussten in unseren Leben. Auch weiß ich von deinen Texten aber auch aus deinen Kommentaren was dir widerfahren ist.
Nicht immer sind die Wege geebnet und frei von Stolpersteinen, so wie sie nur selten gerade verlaufen. Ich denke die Frage nach dem Sinn die hat sich wohl ein jeder schon mal gestellt. Und ich stimme dir auch zu, dass das Alleinsein im Miteinand beinahe noch gravierender sein kann. Wie ich auch schonmal ich glaube auch in einem Kommentar bei dir anmerkte, wo Erich Kästner in einem seiner Texte meint: 'und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit'.
Wenn erkannt wird, was man zum Ausdruck bringen wollte, was einen angetrieben hat so erfüllt es mit Freude. Sich gegenseitig noch viel mehr Flügel schenken, welch schöne Vorstellung lieber Gunnar.
Ich hab gesehen, dein Refugium setzt sich fort und mir schon vorgemerkt dort weiterzulesen - doch heute war Tantchentag (99!) in Wien mit Versorgungsfahrt in Lebensmittel für die nächste Zeit für sie.
Liebe Grüße
Uschi
Lieber Alf,
ja Alf da hast du wohl recht und die Antworten, die bleiben wohl aus...
Dankeschön und liebe Grüße auch dir!
Uschi
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