Was ich Dir noch sagen wollte...
Die Zeit mit Dir -
Wenn einmal auch für mich kommt dann die Zeit,
ich hoffe sehr, bis dahin ist's noch weit,
um aufzuschreiben rasch was mich bewegt
die Zeit mit Dir – in der so viel erlebt...
Was ich für mich zumeist empfunden hab',
all diese Zeit und auch so Tag für Tag.
So hör mir bitte nur noch einmal zu -
versprech, dann gebe ich bestimmt auch Ruh'...
Mit Dir nur konnt' ich unbekümmert lachen,
was machten wir doch für verrückte Sachen,
wie oft sind wir gedanklich abgehoben,
so manche Wünsche vor uns hergeschoben.
Erinnere, weiß es noch ganz genau,
für Dich war ich vielleicht die Überfrau
und Du, Du warst für mich mein Ideal,
der Rest erschien auf einmal so banal...
Versprochen hatten wir uns ewig Liebe,
dabei gehofft, dass es für immer bliebe,
auch dazusein fortan nur füreinand,
zu achten was uns beide so verband,
wenngleich nunmehr die Kraft vielleicht verlässt,
die Liebe bleibt und immer weiter wächst,
sag danke Dir, auf diese meine Weise,
zu guter Letzt – noch einmal still und leise...
Mein Wunsch den ich zum Ausdruck bringen wollt',
war nur, dass mir genügend Zeit am End gezollt,
solang, um doch noch festzuhalten,
dem Liebsten Worte zu gestalten,
bevor ich dann mein Haupt geneigt,
im Hoffen, dass ein Wort dann mir nur bleibt....
Kommentar:Liebe Uschi,
sehr einfühlsame, zu Herzen gehende Zeilen. Es ist eine schwere Zeit, wenn ein geliebter Mensch, dem man sehr nahe stand, aus dem Leben scheidet.
Kommentar:Hi, ja dieser Gedanke jemand noch etwas mitzugeben ist nicht neu. Ähnliches hat Reinhard Mey geschrieben "Was ich Dir noch zu sagen hätte". Mir kam dieser Satz irgendwie bekannt vor und habe mal gegoogelt. Trotzdem kann man aus diesem Satz unglaublich viel sagen und das liegt eben an einem selber. Jeder sagt es eben anderes obwohl immer dasselbe gemeint ist, nämlich liebe Worte, Zuneigung, Lob usw. Die Fassetten der Formulierungen sind hier wahrscheinlich grenzenlos. Deswegen ist jedes Gedicht, jedes Lied einzigartig! Ich finde, Du hast das sehr schön gemacht und es erinnert mich an meine Mutter der ich eigentlich auch noch was hätte sagen wollen aber nicht konnte, weil ich in der Coronazeit nicht in's Krankenhaus durfte. Schlimm war für mich, dass sie, wenn sie stirbt sich wünschte dass jemand bei ihr gewesen wäre. Diesen letzten Wunsch konnten wir, mein Bruder und ich, leider nicht erfüllen und das wurmt mich heute noch! Ist einfach eine Schweinerei und ich weiß auch nicht ob sie uns überhaupt noch wahrgenommen hätte. Sie starb an Demenz nicht an Corona. Deswegen sehe ich Dein Gedicht so ein wenig auch für mich geschrieben! Danke dafür!
ich denke ein jeder hofft am Ende sich noch auf irgendeine Art und Weise mitteilen zu können, sich von seinen Liebsten auf seine persönliche Art zu verabschieden. Wir der 'schreibenden Zunft' (welch schöner alter Ausdruck) wünschen vielleicht noch ein paar Zeilen festhalten zu können, als letzter lieber Gruß.
Danke fürs Reflektieren, mit lieben Grüßen ins Wochenende!
Uschi
ICH bin es die zu danken hat - und ich freue mich, wenn meine Zeilen angesprochen haben. In diesem Fall sind es die Gedanken einer Frau zu ihrem Mann, ein Replizieren an vergangene gemeinsame Jahre und der Wunsch der darin verwoben ist, sich noch einmal mitteilen zu können.
Auch denke ich, dass wenn jemand geht, er noch längst nicht gänzlich 'verschwunden' ist aus unserem Hier und Jetzt um es einmal so auszudrücken.
Vergessen wird man erst dann, wenn niemand mehr an einen denkt und die, die wir lieben haben doch ohnehin einen fixen Platz in unseren Herzen.
Ohne mich verabschieden zu können, musste ich einen lieben Poetenfreund Anfang dieses Jahres gehen lassen. Er war mir ziemlich bester Freund, so etwas wie ein großer Bruder für mich und als ehemaliger Schauspieler und Sprecher, hatte er Potential in meiner Stimme erkannt und mich über zwei Jahre lang virtuell das Sprechen gelehrt, was mir mittlerweile zur großen Leidenschaft wurde. Mit ihm entstanden in dieser Zeit unglaublich viele gemeinsame Texte, sie würden ganze Bücher füllen, die ich auch nach und nach einzusprechen beginne. Mit 62 viel zu jung um zu gehen, doch wann ist es dafür wohl die rechte Zeit?
Dankeschön für dein Reflektieren und Hiersein.
Ich verbringe meinen Tag heute wiedermal bei meinem Tantchen in Wien.
Liebe Grüße
Uschi
So klare und herrliche Gedanken und Gefuehle.
Und so wahr mit jedem Wort. Ein gutes Leben. Mit
guten Erinnerungen. Das ist der Regenbogen der bleibt.
Ich wuensche Dir einen herrlichen Sonntag. MfG Klaus
fein wenn es Gefallen fand, die Zeilen die ich hier verband.
Ich geb es zu, ganz unumwunden, hat man die Liebe erst gefunden,
so wird für uns manch Traum erst wahr - ich denk dies ist doch sonnenklar... ;-))
Verbindlichsten zu Dir und schönes Wochenende,
gern geschehn!
LG Uschi
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