Stückwerk ist unser Sehen
Bruchteil unser Hören
Und Schatten unser Fühlen
Vom Licht der Seele
Bevor wir lieben
wissen wir nichts von der Welt

Und wandern in Finsternis
Zu plätschernden Bächen
In denen sich das Mondlicht spiegelt
Sanft flackernde Lichter über dem Wasser
Erkennen wir magische Umrisse
In deren weißer Mitte
Sich Unschuld aller Zeiten vereint
Wer wir waren
Können wir wieder sein

Unter der dicken Decke des Schädels
Dahinter und noch viel tiefer
Schlängelt sich der Weg
Zum Garten Eden der ersten Stunde hin
Wo wir uns mir schüchternen Blicken berühren
ohne Scham und Furch uns entfalten

Hand in Hand auf blühenden Wiesen unter weißen Wolken
zerfallen alle Mauern zwischen und zu Staub
vor der stillen Macht dieser wahren Liebe Größe
fließt frisches Wasser im heißen Sand der Sahara
wird die Nacht zum Tag und der Tag zur Nacht
verlieren deine und meiner Uhren Zeiger alle Macht
vergeht die Angst vor dem Tod
erblüht die ewige Jugend
in unseren Augen
die durch Fleisch und Falten schauen

und zu sehen verstehen mit Gottes Gnade
in die Tiefe deiner und meiner Geschichte
die zu einer verschmelzen
jedoch…
Ein rätselhaftes Märchen längst verlorener Epochen
Geht dem neuen Menschen weder unter Haut noch Knochen.


© J.Renner 2022


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Kommentare zu "Ein Märchen"

Re: Ein Märchen

Autor: Angélique Duvier   Datum: 06.05.2022 23:27 Uhr

Kommentar: Gutes Gedicht!

L.G.

Angélique

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