Die wahre Liebe

Die wahre Liebe

Geben wir uns hin dem Sein
So wird aus dein gleich mein
Statt des Habens Sklave zu bleiben
Lass das Schiff des Schicksals treiben
Denk aber nicht zu viel
Sonst hat eben diese Wahrheit schweres Spiel.

Im Wasser der Freiheit
Trifft uns die Energie
emotionaler Kraft
reißen wir die Zeiger aus der Uhr
einem großen Gefühl auf der Spur.

So sind wir wer wir sind
nur zusammen
Wie aus falschen Welten modernen Propheten der Macht
Zurück in den Garten Eden gebracht.

Urvertraulich, ursprünglich und rein
Treu und in des Mondes hellem Schein
Küssen wir uns und Lieben
Gott sagt wir dürfen fliegen...

So wie ein Schmetterling aus dem Kokon schlüpft
Und die entwickelte Kaulquappe aus dem Wasser steigt
Durchbricht der Mensch die Mauer der Entfremdung
Im Fallen aus der Angst des Todes in den Mut der Liebe
Zerfallen die Tränen der Vergangenheit
Das Ziel gelebter Zeit: Treppenstufen der Zukunft
Ohne die wir jetzt nicht fliegen könnten.


© Copyright J. Renner 2021


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Beschreibung des Autors zu "Die wahre Liebe"

Immer weniger Menschen scheinen in den modernen Industriestaaten der wahren Liebe fähig zu sein. Die wahre Liebe ist in meinen Augen dann da, wenn wir uns dem Sein statt dem Haben und dem Fühlen statt dem Denken hingeben können. Das soll nicht heißen, dass Besitz und Denken generell schlecht seien. Jedoch hat das Denken in Kategorien des Besitzens in der kapitalistischen Moderne eben nicht nur Marktbeziehungen manipuliert sondern auch soziale Beziehungen. Die Soziologin Eva Illouz hat dazu geforscht und Erich Fromm wichtige Bücher zum Thema Liebe und Sein geschrieben. Die Oberflächlichkeit und kapitalistisch anmutende Schnelllebigkeit von immer mehr Beziehungen ist eine soziale Schieflage und begünstigt emotionale Degeneration und Einsamkeit. Nur wer auf einen Menschen zugeht in der Bereitschaft die Kunst des Liebens zu lernen, statt nur sein eigene Ego zu befriedigen, wird wahre Liebe erfahren können.

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Kommentare zu "Die wahre Liebe"

Re: Die wahre Liebe

Autor: Michael Dierl   Datum: 14.09.2021 15:11 Uhr

Kommentar: Stimmt! Auch das Vorwort ist richtig! Der kapitale Mensch sucht sein Glück eben im kapitalen "Hirschen" demjenigen, der ihm was bringt und nicht denjenigen der nur sich selbst geben kann. Das reicht leider nicht. Es ist so ein bissl wie im Orient. Erst wenn man der Familie 10 Ochsen für eine Frau schenken kann ist man fähig eine Bindung einzugehen. Nur wer hat schon in dem Alter 10 Ochsen. Da wird dann die Verwandtschaft angefragt ob man nicht hier aushelfen kann und ja meist kann man helfen. Also, galt schon vor unserem kapitalistischen System eine Art Sicherheit in Form von eben Kapital anderer Art und Weise. Das findet man in alten Kulturen sehr oft an. Warum auch nicht!

lg Michael

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