Der Mond zerbricht im Teich zu Silberstücken,
Ich schau hinaus mit eingetrübten Blicken.
Wo ist die Liebe? Werd ich einsam sterben?
Mein wundes Herz, es blutet aus den Kerben.
Da klopft es plötzlich sanft an meine Tür,
Ich öffne, und da steht SIE – grad vor mir.
Ganz schmal und ängstlich und sie spricht so bang:
Ich bin die Liebe! Wartest du schon lang?
Dann hob sie wie mir schien ganz aus Versehn
ihr Antlitz auf, es bebten ihre Lider
und ihre Blicke baten um Verstehn.
Ich sah sie an – und stürzte vor ihr nieder.
Denn nicht die Liebe stand an jenem Ort.
Nein. Meine Liebe. Du. Ich trug dich fort...
Die Italienfahrt
O schnelle Fahrt! Die Felder an den Seiten
des Blicks vorüberfliegend. Welche Wonne.
Ich pflücke eine Handvoll gelber Sonne
und eine Handvoll blauer, lichter Weiten
und streue sie auf dein zerzaustes Haar.
Wir fahren südwärts! Schon den Herbst vergessen,
schon fremde Wörter, dunkelnde Zypressen
und rings schon der Zikaden schrille Schar.
Gemeinsam heller Wein und süße Lieder
und warme, lange Nächte Haut an Haut,
und morgens durch die offnen Fenster wieder
Italienhimmel, blau und froh und laut.
Doch leise klingt’s im Wind, „bald musst du geh’n!
Bleib bei mir, was wir haben, ist so schön!
Die Vorahnung
Heut träumte ich, dass wir die schmale Pforte
ins Totenreich durchschritten, und dein Leib
lag ausgestreckt und rings erscholl es: „Bleib!
Bleib doch! Ach bleib!“ Ein Echo hohler Worte.
Der Himmel selber wollt nicht stille schweigen,
er schickte Donnerbrüllen, Hagelschlossen
und trampelte die Erde wie mit Rossen,
als wär dein Meister er. Und du ihm eigen.
Ich trat zu dir, du schautest fremd und leer,
du zittertest und sprachst kein einz’ges Wort,
mein Herz war plötzlich wie ein Stein so schwer
und du warst kalt und starr und ganz weit fort.
Ganz so, als hätten wir uns nie gekannt.
Und beim Erwachen hielt ich deine Hand.
Das Ende
Und dann war in den weißen Klinikwänden
dein letztes Atmen noch und dann dein Geh'n.
Dein müder Herzschlag blieb als Linie steh'n,
und ich stand, Blumen in den kalten Händen.
Wo lass ich meine zärtlichsten Gebärden,
wenn du nicht mehr an meiner Seite bist?
Erinnerung, die meinen Schlaf auffrisst,
treibt mich durch Nächte, lässt es Morgen werden,
treibt mich durch neue Nächte, neue Tage –
bis deine Bilder sich in mir verwischen.
Und bitter wird mein Mund. Und ohne Klage
sitz' ich an fremd geword'ner Freunde Tischen
und denk, obwohl kein Trostwort sie versäumen,
nur an dein Geh'n in jenen weißen Räumen.
Die Trauer
Die letzten Blätter taumeln von den Bäumen
und suchen auf dem Moos den nassen Tod.
Die Blumen, gestern noch blau, gelb und rot,
beginnt die Fäulnis braun und schwarz zu säumen.
Der Himmel ist schraffiert vom steten Regen,
hält seine Tränen nicht und weint enthemmt.
Und diese Flut, die gurgelnd fließt, sie schwemmt
die toten Blüten von den nassen Wegen.
Die grauen Wolken sind so schwer wie Blei,
und wer davongeht ist nur fort – nicht frei.
Er bleibt gefangen hinter Friedhofsmauern.
Mich fröstelt. Und ich frage mich dabei,
ob Welken Abschied oder Heimkehr sei
und Blumen auch um ihre Farben trauern.
Das Vergessen
In einem Buch aus der Vergangenheit
Hab ich „an dich“ Sonette aufgeschrieben;
Von dieser Liebe ist mir nichts geblieben,
Sie ruht im Nebel der versunk'nen Zeit.
Sie würd' bestehen, wagt' ich einst zu wähnen,
Es wäre eine Reise bis zum Tod,
Wie eine Seefahrt – zwei in einem Boot –,
Und sei's auch durch ein raues Meer von Tränen.
Ich blättere versonnen durch die Seiten
Sie sind vergilbt, weil wohl auch diese Blätter
Der Herbst verweht, und sie mir sanft entgleiten.
Es währt des Frühlings Blüh'n nicht alle Zeiten.
Dem Wachsen ist Vergehen zugemessen …...
Kommentar:Hallo Peter,
ich bin erstaunt, dass hier noch niemand kommentiert hat.
Also ich finde deine Sonette wunderschön. Danke für diesen besonderen Lesegenuss.
Mit lieben Grüßen
Regina
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Der Mond zerbricht im Teich zu Silberstücken,
Ich schau hinaus mit eingetrübten Blicken.
Wo ist die Liebe? Werd ich einsam sterben?
Mein wundes Herz, es blutet aus den [ ... ]
Stille, Blätter flüstern einen letzten Gruß
bevor sie sanft zur Erde gleiten.
Es trägt sie ein zärtlicher Wind,
er bittet sie zum Tanz, ihrem letzten Tanz.
Trinke ein Glas Cola mit Milch.
Du suchst den Sinn?
Dann springe vom Sofa drei mal in die Luft.
Vielleicht bleibste ja an der Decke hängen.
Vielleicht bist du ja Spiderman.
Du wirst [ ... ]