Der Winternebel zieht durchs Land,
legt Schweigen auf die kahlen Weiden;
die Hügel schwinden, Wald und Rand
verlieren Namen und Gestalten.
Im fahlen Morgen ruht das Feld,
vom Reif mit feinem Glas überzogen;
als hätte sich die müde Welt
für einen Atemzug entzogen.
Die Rotbuche steht grau und still,
kein Blatt antwortet mehr dem Winde;
nur fern ruft eine Rabenstimme
durch Erlenbruch und kahle Gründe.
Der Bach zieht unter dünnem Eis,
verborgen, doch noch nicht erstorben;
sein dunkler Lauf erinnert leis:
Auch unter Stille lebt ein Morgen.
Der Nebel nimmt den Dingen nicht
ihr Sein, nur ihre klaren Grenzen;
im ungewissen Winterlicht
beginnt das Unsichtbare zu glänzen.
Kein Stern durchdringt die schwere Nacht,
kein Mond weist Wege durch die Felder;
doch über Frost und dunkler Pracht
bewahrt der Schnee die Spur der Wälder.
So lehrt der Winter ohne Wort,
dass Ruhe nicht das Ende heiße:
Was sich dem Blick entzieht, wirkt fort
auf seine stille, tiefe Weise.
Am Morgen hebt sich grau der Flor,
die Hügel treten wieder näher;
die Welt erscheint wie neu hervor,
doch wir sind um ein Schweigen älter.
Allein ist das Herz im Lebensgestöber.
Der Wind kennt deinen Namen schon, er flüstert ihn mir leise zu.
Das Herz ist voller alter Narben,
es sehnt sich so sehr
nach einem neuen [ ... ]