Ich baue seit 1977 Gedichte. Mal
bin ich da für Monate dran. Dann
mal nur für Tage. Sonst habe ich die
Zeit nur vertrödelt. In Cafes. Und in
der Stadt. Bin durch Strassen spaziert.
Und war an schönen Plätzen. Habe
Freunde besucht. Und war auf Reisen.
Und war mit Gott und der Welt
beschäftigt. Und mit Kuchen backen.
Und der Formel für das Glück. Dann
dachte ich, nimm das Leben etwas
ernster. Und mache jeden Tag ein
Gedicht. Und das für ein Jahr.
Daraus sind jetzt zwanzig Jahre
geworden. Zwanzig Jahre. Jeden
Tag. Jede Nacht. Sprache und Ideen!
Und mal in ein Cafe gehen. In den
Supermarkt. Und nur durch Strassen
fahren, für Stunden. Auf Foren online
stellen. Auf Kommentare antworten.
Und Kommentare verfassen. Ein
lustiges Leben. Das Tralalala! Und
blablabla! Die Kunst! Das Leben! Und
Theater ohne Ende. Und das Tag und
Nacht. Nur mit etwas Phantasie.
Reisen mit dem Denken. Reisen mit
den Worten. Reisen mit den Augen.
Reisen! Und jedes Gedicht ein neues
Land. Lustig! Ich meine, ich tauge in
Wahrheit nicht viel. Mit Geld hätte
ich nur im Bordell rum gelegen.
Hätte nur Kneipen gekannt. Hätte
jeden Tag zwei Eisbein gebraucht.
Und wäre für jede Konditorei eine
Goldgrube. Ich würde vier Zentner
wiegen. Und vor Gesundheit
strotzen. Da meine Seele voller
Glück wäre. Ich wäre der Traum von
Mann. Glücklich und witzig. Und
voller Charme. Geistreich und
phantasievoll. Und voller Güte.
Herrlich und himmlisch. Und das
Paradies, voller Kraft. Ein wahrer
Riese. Das Wunder auf dieser Welt.
So hatte ich zwanzig spassige Jahre.
Einige Jahre erlebe ich noch so. Ich
trinke morgens für Stunden Tee.
Sehe nach Kommentaren. Und baue
Kommentare. Und die Zeit und das
Leben sind auf meiner Seite. Ich
erlebe eine göttliche Stille. Und die
Ideen sprudeln. Direkt aus dem
Herz. Direkt aus der Seele. Direkt aus
dem Kopf. Und das Glück ist da. Und
verleiht mir Flügel! Im Idealfall! Aber
Alkohol, Wasserpfeife und Träume
und Weiber. Orgien und Exzesse
und Drogen. Pokern, Roulette,
Verluste und Wahnsinn. Und
Schulden und Kredithaie. Und
Pfandmeister und Rechnungen
ohne Ende. Und kalte Tage ohne
Herz und Gefühl. Das bleibt der
normale Alltag von mir! Ja! Das
ist mein wahres Ich! Nun denkt
nach. Habt Ihr Sympathien für
dieses echte Ich. Und die Wahrheit.
Oder nur für den Schauspieler.
Und die Phantasie! Gibt es Liebe
für die Wahrheit. Und für die
Aussenseiter. Und Verständnis für
dicke Lebenskünstler. Gibt es ein
Hindernis jemand freundlich zu finden.
Einen fetten Träumer. Oder was sind
die Dicken. Sind sie nur Fettklopse
für die Welt. Ich will hier den Text
beenden. Und nur noch Eins sagen:
"Ich kenne die Welt! Ich kenne
das Leben! Ich kenne die Menschen!
Ich kenne die Märchen! Ich kenne die
Wahrheit! Ich kenne die Träume! Ich
kenne das Theater! Ich kenne die
Kämpfe! Ich kenne die Spiele!" Und
ich kenne: "Dies und Das! Und das:
"Warum und Wieso" Und das: "Hier
und Jetzt" Und ich kenne noch mehr.
Und mehr, mehr, mehr, mehr! Und
darum erkenne ich auch Eins. Die
Sympathien, die nicht mehr auf
der richtigen Seite sind. Die Blicke, die
nicht mehr das Ehrliche erkennen. Das
Schweigen, das nun alles zerstört.
Das Leben, das nur noch foltert. Und
es gibt nur das Wunder. Das wieder
der Clown erwacht. Und die Rettung
zeigt! Und den Zirkus. Und den Zauber.
Und die Feste. Und dann die Kunst. Als
der Hut. Und! Und! Und! Und auch das
Hemd das zählt. Und die Hose. Und
die Socken. Und der Chor. Und die
Clowns. Die das Lied singen. Und
der Spass bleibt!

(C)Klaus Lutz


© humbalun


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Beschreibung des Autors zu "Persönlicher Zustandsbericht Nr. 78"

Hallo

Ich habe den Text ein paar mal
korrigiert. Und ihn auf Form
gedrillt. Und auf den Zauber
mit dem er lächelt. Und das
an allen Ecken. Diese
Zustandsberichte sind lustige
Dinger. Ironie und Spass. Das
Leben in Höchstform. Lustig!
Texten die Fehler zu nehmen.
Normal mache ich das aus dem
Stehgreif. Und muss dann nur
kleine Korrekturen vor nehmen.
Originalität ist wichtig. Eine
ganz eigene ansprechende
Sprache zu besitzen. Und ein
ganz eigenes Denken. Und mit
einem ganz eigenem Blick, die
Welt zu sehen. Die Kunst des
Lebens. Ein ganz eigenes Leben
zu führen. So, das einem die Welt
beschäftigt. Und die Menschen.
Und Träume. Und Wissen. Und
das Leben. Und jeder Tag eine
Überraschung hat. An Ende zu
sein. Und den letzten Gedanken
zu leben. Um wieder den neuen
Anfang zu finden. Und nach
Tagen und Nächten nicht das
Gesicht entgleisen zu lassen.
Nur, um mit einem gutem Blick
falsch gesehen zu werden. Jahre
als Nachtmensch zu leben. Das
bringt nicht die besten Gefühle
zum Vorschein. Und jetzt ist es
vier Uhr am Morgen. Der
Brustkasten zeigt etwas
komisches. Wenn hinter dem
Brustkasten noch das Herz
pocht. Dann stehe ich kurz vor
einem Herzkasper. Dann ist auch
das Zimmer richtig scheiss kühl.
Was mein Fehler ist. Ich blühe
ab dreissig Grad erst richtig
auf. Andere fangen da an zu
schwitzen. Darum war ich nur
in heissen Ländern. Die sind
das Paradies für Kaltblütler wie
mich. So ist Es. Das Leben ist
schon komisch. Aber komisch
ist die harmloseste Folter!

(C)Klaus Lutz

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Kommentare zu "Persönlicher Zustandsbericht Nr. 78"

Re: Persönlicher Zustandsbericht Nr. 78

Autor: Marsolino   Datum: 26.06.2026 7:36 Uhr

Kommentar: ....du bist gut so, genau so, wie du bist...
Für die Welt, in dieser Zeit, jetzt...
So sehe ich das.
Sogar - als Kaltblütler... ;)
Lg in deinen Tag, Anita

Re: Persönlicher Zustandsbericht Nr. 78

Autor: Susanne Kamjunke   Datum: 26.06.2026 8:49 Uhr

Kommentar: ja, wunderbar, sich darin zu versenken, zu verlieren... gut nachzuvollziehen.
Der Ausdruck 'bauen' für Gedichte und Kommentare schreiben, ist eine gute Metapher. Wort für Wort, Stein auf Stein... und jedes unserer Werke ist ein 'Bauwerk'.

Herzliche Grüße, Susanne

Re: Persönlicher Zustandsbericht Nr. 78

Autor: humbalun   Datum: 26.06.2026 15:54 Uhr

Kommentar: Hallo

Danke für die Kommentare. Ich
sitze am Tisch. Trinke den fünften
Kaffee. Und denke über die Welt
nach. Und sehe die Welt klar.
Und sehe den Schatz auf dieser
Welt. Ich sehe mich im Cafe. Ich
sehe mich im Garten. Ich sehe
mich im Bett. Ich sehe mich im
Supermarkt. Ich sehe mich im
Park. Und dann suche ich einen
anderen Schatz. Sehe aber nur
den einen Schatz: "Mich!" Das
kann aber nicht sein! Und
suche in jedem Land. Und
finde keinen anderen Schatz.
Und suche an jedem Strand.
Aber finde keinen anderen
Schatz. Und suche in jedem
Hotel. Aber finde keinen
anderen Satz. Dann habe
ich die Idee. Und denke mir.
Gehe mal zum Schreiber
Netzwerk. Kann sein Du hast
gute Kommentare. Und habe
sogar zwei Kommentare. Und
die Namen der Verfasser. Und
finde gleich zwei neue Schätze.
Die Suche hatte Sinn. Zwei neue
Schätze. Das heisst jedes Wort
ein Schatz. Und jeder Satz ein
Palast. Und dafür danke ich
Euch. Und ändert bitte Euren
Nachnamen. Und nennt Euch:
"Schatz" MfG Klaus

.

Re: Persönlicher Zustandsbericht Nr. 78

Autor: Marsolino   Datum: 26.06.2026 22:08 Uhr

Kommentar: Lach, du Schelm...
3 mit dem Namen "Schatz"...
:)
...ergeben fast eine Schatz-Truhe... voller Schätze...
Gefällt mir!
Schmunzelgrüße, Anita

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