Auf Büttenweiß

Der letzte Brief er blieb wohl ungeschrieben,
als weißes Blatt zurück, doch inhaltsschwer.
Gleich Regentropfenwünschen die verblieben,
an glitzernd Scheiben, sehnsuchtsvoll doch leer.

Geronnen im Immens sind uns die Tränen...
Mag sein zum Firmament war es zu weit.
In all Gedankenbildern welch Ersehnen,
fast aufgehalten scheint beinah die Zeit.

Im Ewigweit einander wiederfinden,
wenn alte Lieder klingen leise nach.
Und Klänge sich zur Melodei verbinden,
das Herz es schlägt ~ doch rät gemach, gemach.

Was war es denn, in all der Zeit voll Hoffen,
in der manch Blütenträume nun verwehn.
Es bleibt soviel was für die Zukunft offen
im Wunschgebaren, schwer doch zu verstehn.

Den letzten Brief, den trägt man oft im Herzen,
Gefühle finden manchmal keine Worte.
Doch lodern sie wie tausend helle Kerzen,
Papiere sind die meist gewählten Orte,

auf denen sich die Sehnsucht niederlässt.
Die Zeit jedoch vergilbt schneeweißes Blatt
und rissig wird so manches Vogelnest,
in dem die Liebe einst gebrütet hat.

Was bleibt sind Bilder aus den Sonnentagen,
die Blüten einer Leidenschaft sind abgefallen,
Doch könnte sie dein Lachen in den Himmel tragen,
dorthin, wo Träume mit der Wahrheit aufeinander prallen.


© U.R.&J.L.
Text/Rezitation
Music: mcanden
Bild: pixabay


© Uschi Rischanek


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Kommentare zu "Auf Büttenweiß"

Re: Auf Büttenweiß

Autor: Perry   Datum: 10.05.2026 17:08 Uhr

Kommentar: Hallo Uschi,
viel zu oft bleibt der "letzte Brief" ungelesen, weil er nicht geschrieben wurde oder gelesen wird. Vielleicht wäre es besser mehr zu Lebzeiten miteinander zu reden als zu warten bis es zu spät ist, denn dann gibt es auf offene Fragen keine Antworten mehr.
Gern mitsinniert und LG
Perry

Re: Auf Büttenweiß

Autor: Uschi Rischanek   Datum: 11.05.2026 9:37 Uhr

Kommentar: Lieber Manfred,

wie recht du doch im Prinzip hast. Und ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen, denn alles was nicht an- und ausgesprochen wird, bleibt als dunkelschwarzer Schatten im Raum hängen, oft über sehr sehr lange Zeit.

Erich Kästner hat dies einmal recht trefflich zum Ausdruck gebracht:

'...und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit...'

Natürlich entwickelt sich jeder Mensch auf seine ganz individuelle Art und Weise weiter, was früher gemeinsame Interessen waren, bleiben möglicherweise dabei auf der Strecke liegen. Man kann es akzeptieren, muss es wohl auch, den Frohsinn dabei jedoch zu bewahren und sich zu erhalten, fällt dabei sehr schwer.

Danke dir fürs Mitsinnieren, heute ist der erste Tag der Eisheiligen, (der Mamertus ist wohl den wenigsten bekannt) die jedoch hierzulande bereits vor zehn Tagen und starke Minustemperaturen großen Schaden angerichtet hatten.

Liebe Grüße
Uschi

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