Zwischen uns liegt kein Meer,

das man auf Karten findet,

keine Grenze aus Lauten oder fremden Alphabeten.

Es ist die leise Schwerkraft anderer Versprechen,

die uns voneinander fernhält, und die Jahre,

die sich wie Staub auf ungelebte Berührungen legen.

Wir schreiben uns in Zwischeräumen, in Atemzügen

aus Tinte und Licht,

wo deine Stimme nur ein Gedanke ist

und meine Hände nichts halten

außer dem Gewicht deiner Abwesenheit.

Manchmal glaube ich unsere Liebe sei nur ein Echo,

das sich selbst sucht

in leeren Räumen der Nacht.

Eine Flamme die niemals Wind spürt,

Weil sie nie wirklich Brennen darf.


Zwei Seelen

die sich erkennen wie Spiegel im Dunkeln,

doch der Morgen gehört anderen Namen,

anderen Armen,

anderen Geschichten, die lauter sind als wir.

Und doch –

in unseren Träumen gehen wir nebeneinander,

ohne Schuld, ohne Zeit,

als bestünde das Universum

nur aus unseren Briefen und Fotos,

die heimlich zwischen uns durch die Nächte wandern.

Vielleicht ist das unsere Form von Ewigkeit:

nicht das Leben, das wir teilen,

sondern die Sehnsucht die niemals vergeht.

©Angélique Duvier/Februar 2026

Dazwischen liegt die Nacht

© Angélique Duvier


© 2026 Angélique Duvier, Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Übersetzung, sowie des öffentlichen Vortrags. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren reproduziert werden.


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Kommentare zu "Dazwischen liegt die Nacht"

Re: Dazwischen liegt die Nacht

Autor: Uschi Rischanek   Datum: 25.02.2026 17:15 Uhr

Kommentar: Ein feiner Text liebe Angélique der zu Herzen geht.
Manchesmal geschieht es einfach, noch ehe wir uns vorsehen, daß die Zeit aus Uhren zu tropfen scheint und wir uns erst allmählich bewusst werden, wie schlimm mitunter die Einsamkeit zu zweit werden kann...

Liebe Grüße
Uschi

Re: Dazwischen liegt die Nacht

Autor: Groti   Datum: 25.02.2026 20:02 Uhr

Kommentar: Eine Fernbeziehung, die nur in der Einsamkeit des Einzelnen Bestand hat, ist stets mit Sehnsüchten behaftet, liebe Angelique. LG Helga

Re: Dazwischen liegt die Nacht

Autor: akilegna   Datum: 26.02.2026 12:39 Uhr

Kommentar: Liebe Angelique, meine Fernbeziehung mit knapp 100km Entfernung hielt 5 Jahre. Mein Beruf wurde in den Niederlanden nicht anerkannt. Er hatte einen Bauernhof geerbt, war dort verwurzelt, hatte hobbymäßig nur noch 3 Pferde aber dadurch gebunden. Und so kam es, dass irgendwann aus kleinen Streitigkeiten größere wurden. Die Unzufriedenheit auf beiden Seiten größer war. Aber - das ist nun ca. 15 Jahre her und wir haben noch Kontakt.
Liebe Grüße
Angelika

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