Eingestellt von ErhardSchümmelfeder am 08.05.2010 Aufrufe: 124 Kommentare: 0
Kategorie: Texte -> Anlässe
STAATSBESUCH
Wie begrüßt man einen fremden Staatsgast? - Friedlich, freundlich, fröhlich - das versteht sich von selbst. Die Inselbewohner der Südsee haben es uns oft vorgemacht: Entzückende Mädchen, knusprig braun und voller Anmut, scharwänzeln mit schaukelnden Brüsten frohlockend um einen Neuankömmling herum und bekunden auf diese erfrischende Weise Wohlwollen und friedliche Gesinnung. So sollte es sein.
Anders dagegen verhä¤lt man sich bei einem Staatsbesuch in Deutschland. Mit zusammenge-schlagenen Hacken stehen Soldaten stramm bei der Fahne und erweisen dem ankommenden Gast somit eine steife Form von pflichtmäßiger Ehrerbietung. Entsetzlich!
Kä¤me jemals der liebe Gott persönlich auf die Erde, sollte man tunlichst darauf verzichten, eine einfältig dreinschauende und bis an die Zähne bewaffnete Soldatenformation mitsamt dumpf paukendem Heeresmusikcorps aufmarschieren zu lassen. Es wäre ein unwürdiger, unpassender und höchst grotesker Empfang.
Der Staatsbesuch von Benedikt XVI. in Deutschland wä¤re eine gute Gelegenheit gewesen, den angemessenen Empfang des HÖCHSTEN zuüben. Die Generalprobe (auch so ein militärisches Dummwort) wurde prompt verpatzt. Mit militärischen (!) Ehren (Wie kann man nur?!) begrüßte der Bundespräsident GOTTES STELLVERTRETER auf Erden auf dem Roten Teppich und hielt eine ahnungslose Rede vor dem jubelnden Kulissenvolk, während der Papst salbungsvoll lächelte und dem ganzen Spektakel seinen Segen gab. Peinlich, peinlich! - Abends konnte man diese Farce noch einmal im Kasperletheater der Tagesschau betrachten. Es war zum Totlachen. Und zu Heulen!
Wie Papst Benedikt XVI. mich einmal enttäuschte ...
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